Bis um 11.15 Uhr legen die Aktien um 19,35 Prozent zu, während der Gesamtmarkt (SPI) 0,1 Prozent im Plus steht. Damit bauen die Titel ihr Kursplus von bisher 23 Prozent im laufenden Jahr aus. Im Vorjahr hatten sie infolge abermaliger Enttäuschungen um das E-Rezept allerdings 90 Prozent eingebüsst und im Frühjahr 2021 waren noch Kurse bei über 500 Franken erzielt worden.

Mit der Umsetzung des elektronischen Rezepts in Deutschland könnte es bald schnell vorangehen. "Zum 1. Juli 2023 können Patienten das erste Mal das E-Rezept in den Apotheken ganz einfach mit ihrer Versichertenkarte abrufen", sagte Karl Lauterbach dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Bis Ende Juli werden dem Gesundheitsminister zufolge voraussichtlich 80 Prozent der Apotheken in Deutschland an das System angeschlossen sein. Für DocMorris sind das gute Nachrichten. Mit dem Verkauf des Schweizer Geschäfts an die Migros in diesem Jahr setzt die Thurgauer Gruppe nämlich alles auf die Karte "E-Rezept". Dieses soll bekanntlich zum grossen Umsatztreiber werden.

In die Karten spielen dürfte der Online-Apotheke zudem eine Studie der britischen Bank HSBC von Ende letzter Woche. Der Analyse zufolge ist die DocMorris-Aktie inzwischen deutlich zu niedrig bewertet - insbesondere im Vergleich mit dem grossen Konkurrenten Shop Apotheke. Der Markt sei zu negativ gegenüber DocMorris eingestellt und zu positiv gegenüber Shop Apotheke, so der zuständige Analyst.

Er sei überrascht, welches Ausmass die Bewertungslücke der beiden Branchenvertreter im laufenden Jahr erreicht habe. Dies sei insbesondere deswegen bemerkenswert, da das Schicksal beider Unternehmen gleichermassen vor allem von der Umsetzung des E-Rezepts in Deutschland abhängig sei. Der HSBC-Experte sieht entsprechend eine günstige Einstiegsgelegenheit für Anleger und empfiehlt die DocMorris-Aktie beim einem Kursziel von 52 Franken zum Kauf.

(AWP)