Seit dem Allzeittief von 3,92 Franken Mitte März 2026 haben sich die Valoren von DocMorris fulminant auf 10,18 Franken erholt. Seit Anfang Jahr beträgt das Plus 71 Prozent und der Titel reiht sich damit unter den zehn Topperformern an der Schweizer Börse ein. 

In den vergangenen Tagen haben die Volumen deutlich angezogen, nachdem DocMorris die am Mittwoch angekündigte Privatplatzierung einer Wandelanleihe mit Fälligkeit 2031 erfolgreich abgeschlossen hatte. Das Volumen der neuen Anleihen betrug rund 100 Millionen Franken, mit einer Verzinsung von 1,5 Prozent pro Jahr. Die Wandelprämie liegt bei 32,5 Prozent über dem Referenzpreis. Die Zahl der zugrunde liegenden Aktien für die ausstehenden Wandelanleihen 2028 wurde zudem von 7,6 Millionen auf 7,0 Millionen reduziert, wie das Unternehmen in einem Communiqué mitteilte.

Mit der Emission verlängerte die Versandapotheke bei den Wandelanleihen das Fälligkeitsprofil von 2028 auf 2031. Die Erlöse werden für den Rückkauf der im Jahr 2028 auslaufenden Wandelanleihe - diese hat wesentlich schlechtere Konditionen als das neu aufgelegte Papier - und allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden.

Entsprechend dürfte ein Teil des höheren Volumens an der Börse in den vergangenen Tagen auf die neue Wandelanleihe zurückzuführen sein, welche Absicherungstransaktionen in den DocMorris-Titeln auslöste.

Mit Spannung dürften Anlegerinnen und Anleger nun verfolgen, ob der Titel nach der Jojo-Bewegung der letzten Tage die Kursmarke von 10 Franken halten und das in Griffweite liegende Jahreshoch bei 11,25 Franken überwinden kann. 

Höhere Guidance dank Boom bei E-Rezepten

Die Online-Apotheke DocMorris hatte nach Zuwächsen im ersten Halbjahr ihre Jahresziele angehoben. ‌Grund ⁠für die positive Entwicklung sei ein kräftiges ⁠Wachstum hauptsächlich im Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten gewesen, teilte ‌DocMorris Mitte August mit.

«Unsere ‌Umsatzdynamik und unsere operative Effizienz ​haben im ersten Halbjahr 2026 in allen Bereichen klar zugelegt», erklärte Firmenchef Walter Hess damals. Für das Gesamtjahr rechne er daher mit ‌einem Umsatzwachstum von neun bis 13 Prozent und einem bereinigten operativen Verlust zwischen zehn und 17,5 Millionen ​Franken.

Das Ziel, in der ​zweiten Jahreshälfte operativ die Gewinnschwelle ​zu erreichen, bestätigte Finanzvorstand Daniel Wüest. In den ersten ‌sechs Monaten sei der Umsatz um 12,5 Prozent auf 627,8 Millionen Franken gestiegen, während sich der bereinigte ​operative ​Verlust (Ebitda) auf 10,9 ⁠Millionen Franken mehr als ​halbierte, schrieb die Nachrichtenagentur AWP.

Das Geschäft mit ⁠verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx) sei um 38,3 Prozent in ‌die Höhe geschossen, der Bereich Digital Services wuchs um gut 71 Prozent.

(cash)