Drei ‌weitere ⁠Passagiere seien erkrankt, teilten Behörden und Medien am Sonntag (Ortszeit) mit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersucht ⁠den Vorfall und hat den Erreger bislang bei einer der sechs betroffenen Personen nachgewiesen. Der ‌Betreiber Oceanwide Expeditions erklärte, man bewältige eine ernste medizinische ‌Situation auf dem Expeditionsschiff «MV Hondius». Die ​Behörden des westafrikanischen Inselstaates Kap Verde hätten bislang keine Erlaubnis erteilt, pflegebedürftige Passagiere von Bord gehen zu lassen.

Unter den Toten sind nach Angaben des niederländischen Aussenministeriums zwei Staatsbürger der Niederlande. Die Regierung in Den Haag bemühe sich um die ‌Rückholung von zwei Passagieren mit Symptomen sowie des Leichnams eines Verstorbenen. Ein weiterer erkrankter Reisender, dem Sender Sky News zufolge ein Brite, liegt in Südafrika auf ​der Intensivstation. Das britische Aussenministerium und das südafrikanische Gesundheitsministerium reagierten nicht ​sofort auf Anfragen nach einer Stellungnahme.

Die WHO ​koordiniert nach eigenen Angaben die medizinische Evakuierung und unterstützt die rund 150 verbliebenen Passagiere an Bord. ‌Das Schiff war vor etwa drei Wochen in Argentinien gestartet und hatte auf dem Weg nach Kap Verde unter anderem in der Antarktis Halt gemacht.

Das ​Hantavirus ​wird durch Nagetiere übertragen, etwa ⁠wenn Kot und Urin von Mäusen aufgewirbelt und ​eingeatmet werden. Eine Übertragung von ⁠Mensch zu Mensch ist der WHO zufolge selten. Die Krankheit beginnt mit ‌grippeähnlichen Symptomen und kann zu Herz- und Lungenversagen führen.

Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC enden etwa 40 Prozent der Fälle tödlich. Da ‌es keine speziellen Medikamente gibt, konzentriert sich die Behandlung ​auf die Linderung der Symptome und in schweren Fällen auf künstliche Beatmung.

(Reuters)