Edelmetalle - «Gold dürfte zwischen 1800 und 2000 Dollar gehandelt werden»

Gold hat ein durchzogenes Jahr hinter sich. Doch ein Analyst schreibt das Edelmetall noch nicht ab und sieht unter anderem eine stärkere Nachfrage bei Gold-ETF voraus.
15.12.2021 16:30
Beliebt sind ETF, bei denen Gold physisch hinterlegt und im Tresor aufgewahrt wird.
Beliebt sind ETF, bei denen Gold physisch hinterlegt und im Tresor aufgewahrt wird.
Bild: Pixabay

"Gold dürfte im ersten Quartal zwischen 1800 und 2000 Dollar handeln", sagt Robin Tsui, Goldstratege für die Asien-Pazifik-Region beim Vermögensverwalter State Street Global Advisors. Gegenwärtig liegt der Goldpreis bei 1770 Dollar pro Feinunze. 

Die Voraussagungen zur Straffung der Geldpolitik vor allem bei der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) seien eingepreist und der Dollar dürfte sich nach der Aufwertung 2021 seitwärts entwickeln. Der Goldpreis werde auch vom Schmuckhandel in China und Indien gestützt, der sich erhole, sagt Tsui.

"Das nächste Jahr hängt vom allgemeinen Sentiment ab, aber wir werden nicht noch einmal die Situation von zwischen 2013 und 2015 erleben, als Gold durch einen schmerzhaften Bärenmarkt ging", so der Stratege. Das Szenario punkto Zinsen, Inflatoin und Risikobereitschaft bei Aktien sei heute deutlich verschieden von damals. 

Fed-Zinserhöhungen «nicht schlecht für Gold»

Tsui sieht in den USA voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2022 zwei Zinsschritte. "Aber wenn die Fed die Zinsen erhöht, ist dies nicht unbedingt schlecht für Gold." Die Märkte sind allgemein darauf ausgerichtet, dass Zentralbanken über ein Zurückfahren von Stimuli entscheiden, die im Zuge der Corona-Pandemie noch verstärkt worden sind. 

Das durchwachsende Jahr 2021 - Der Goldpreis ist insgesamt um 6,6 Prozent zurückgegangen - dürfte laut Tsui auch den Weg für neue Zuflüsse in Gold-ETF ebnen. Diese dürften als Absicherung gegen Unsicherheitsfaktoren wie die Inflation und die um sich greifende Omikron-Variante des Coronavirus gefragt sein. Auch die tiefen Zinsen am Anleihenmarkt sind ein Faktor für Anlegerentscheidungen. 

Der State-Street-Fonds "SPDR Gold Shares" hat 2021 netto 10,4 Milliarden Dollar Abflüsse gesehen, so viel wie seit 2013 nicht mehr. Dieser Abzug von Kundeninvestitionen entspricht 190 Tonnen Goldbarren. "2022 werden wir aber keine bedeutenden Abflüsse sehen", sagt Tsui und stützt seine Aussage auf Gespräche mit Kunden. Tatsache sei, dass mehr Anleger wieder in Gold gehen wollten. 

(Bloomberg/cash)