Edelmetalle - Ist die jüngste Erholung beim Gold bloss ein Strohfeuer?

Nach dem Rückschlag vom September zeigt die Preisentwicklung beim Gold wieder nach oben. Und obwohl die Strategin der UBS von den Zinsen ausgehend mit Gegenwind rechnet, sieht sie das Edelmetall weiter steigen.
13.10.2017 08:21
Von Lorenz Burkhalter
Das Gold hat in den letzten Tagen wieder etwas an Glanz gewonnen.
Das Gold hat in den letzten Tagen wieder etwas an Glanz gewonnen.
Bild: Bloomberg

Es ist, als laste ein Fluch auf dem Gold: Zwar stieg der Preis für eine Unze Gold (ca. 31,1 Gramm) Ende August erstmals in diesem Jahr auf über 1'300 Dollar. In der Folge erklomm das Edelmetall bei 1'358 Dollar ein neues Mehrjahreshoch. Die Freude hielt allerdings nur kurz, folgte doch ein Absturz bis auf 1'260 Dollar.

Viele Anleger fragen sich deshalb, ob es sich bei der im bisherigen Wochenverlauf beobachteten Erholung bloss um ein Strohfeuer handelt.

Dieser Frage geht auch die Edelmetallstrategin der UBS Investmentbank nach und beantwortet sie mit einem klaren "Nein". Ihres Erachtens sollten Anleger ihr Wertschriftenportfolio im von tiefen Zinsen, einem schwächelnden Dollar und schlummernden Gefahren geprägten Marktumfeld mit einem Gold-Anteil diversifizieren. Wie hoch dieser Gold-Anteil sein soll, verrät sie jedoch nicht.

Diesjährige Goldprognosen etwas gesenkt

Die Expertin erklärt sich die jüngste Erholung bei der Gold-Unze einerseits mit einem allgemein nachlassenden Verkaufsdruck. Innerhalb von gerademal drei Wochen seien die Nettobestände an der Rohstoffbörse Comex um 5,7 Millionen Unzen geschmolzen. Andererseits hätten einige Marktteilnehmer ihre Wetten gegen das Edelmetall geschlossen, so ergänzt sie.

Schon seit Tagen hat der Goldpreis wieder Auftrieb (Quelle: www.cash.ch)

Erst vor Wochenfrist sah sich die Edelmetallstrategin der UBS zu einer leichten Reduktion ihrer Goldprognosen gezwungen. Neuerdings rechnet sie für 2017 mit einem durchschnittlichen Unzenpreis von 1'270 (zuvor 1'300) Dollar. An ihrer 3-Monats-Prognose von 1'380 Dollar hält sie dennoch fest.

Warten auf den Zinsentscheid vom Dezember

Wie sich das Edelmetall im weiteren Jahresverlauf entwickeln wird, dürfte nicht zuletzt auch vom Dollar abhängig sein. Schon seit Jahren stehen der Goldpreis und der Greenback in Wechselwirkung zueinander. Fällt der Dollar, ist das Edelmetall gefragt - und umgekehrt. Diese Wechselwirkung erklärt sich mit der Rolle des Goldes als Inflationsschutz.

Den Dollar bewegen wird mit ziemlicher Sicherheit der Zinsentscheid der amerikanischen Notenbank vom Dezember. In Expertenkreisen gilt eine weitere Erhöhung der Leitzinsen um 25 Basispunkte als wahrscheinlich. Obschon ein solcher Zinsschritt negativ für das Gold wäre, rechnet die UBS-Strategin beim Unzenpreis dennoch nicht mit einem erneuten Rücksetzer.