Getrieben von der Übernahme der Privatbank Quilvest Mitte Juli übertraf das Institut erstmals die Marke von 200 Milliarden Franken an verwaltetem Vermögen, wie EFG am Mittwoch mitteilte. Zur Jahresmitte kam das Geldhaus auf Vermögen von 196,3 Milliarden Franken, 6,2 Prozent mehr als Ende 2025. «Unser Plan ist es, schrittweise weiterzuwachsen», erklärte Konzernchef Giorgio Pradelli.
EFG habe zudem weitere Zukäufe im Visier: «Wir sind überzeugt, dass wir über das Know-how, das Kapital und die Expertise verfügen. Dies hängt jedoch von der Verfügbarkeit geeigneter Übernahmeziele ab.» Im Februar hatte Pradelli erklärt, die Spanne der möglichen Ziele, die EFG problemlos erwerben und integrieren könne, reiche bis zu einem verwalteten Vermögen von 80 Milliarden Franken.
Im ersten Halbjahr 2026 wurde der Anstieg der verwalteten Vermögen von der guten Entwicklung der Finanzmärkte, günstigen Fremdwährungskursen und neu eingeworbenen Kundengeldern getragen. EFG sammelte bei reichen Privatkunden netto 5,7 Milliarden Franken an neuen Geldern ein. Gutes Wachstum verbuchte die Bank insbesondere in Kontinentaleuropa, dem Nahen Osten und der Region Asien/Pazifik. In den Regionen Amerika und dem Vereinigten Königreich kam die Bank aufgrund von Abzügen von Kundengeldern dagegen nur knapp auf positives Netto-Neugeld.
Auf das Jahr hochgerechnet schaffte EFG unternehmensweit dennoch eine Wachstumsrate von 6,2 Prozent. Dies liegt leicht über den jährlich angestrebten vier bis sechs Prozent. Rivale Julius Bär hatte am Vortag ein Plus von 2,2 Prozent gemeldet. Der grösste reine Vermögensverwalter für Reiche und Superreiche der Schweiz ist dabei, sich von Kunden aus Hochrisiko-Ländern oder sensiblen Branchen zu trennen, die dem Institut Probleme eintragen könnten.
EFG verdiente im ersten Halbjahr 2026 indes weniger. Höheren Kosten standen praktisch unveränderte Erträge gegenüber. Zudem fehlte die im ersten Semester 2025 verbuchte Vergleichszahlung von rund 45 Millionen Franken von einem taiwanischen Versicherer im Berichtszeitraum. Unter dem Strich sank der Gewinn um 17 Prozent auf 184,6 (Vorjahresperiode 221,2) Millionen Franken und verfehlte die Analystenerwartungen.
Das Zinsergebnis und die Kostenentwicklung seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben, erklärte ZKB-Analyst Daniel Regli. Die Aktien von EFG verloren im frühen Handel fast 3 Prozent.
EFG zufolge dürften die Folgen des Kriegs in Nahost nun aber den Druck auf die Zinsmargen dämpfen. Entsprechend stellte die Bank eine gute Geschäftsentwicklung in Aussicht. Pradelli bestätigte zudem die mittelfristigen Ziele.
(Reuters/cash)

