Die Verluste wachsen angesichts hoher Ausgaben für den Bau von Rechenzentren, die Anwerbung von Fachkräften und die Entwicklung von Software, die künftig humanoide Roboter antreiben soll - so belegen es interne Dokumente.

Im dritten Quartal hat xAI einen Nettoverlust von 1,46 Milliarden Dollar verzeichnet, wie aus von Bloomberg eingesehenen Unterlagen hervorgeht. Im ersten Quartal lag das Minus noch bei 1 Milliarde Dollar. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 hat das Unternehmen 7,8 Milliarden Dollar an Barmitteln ausgegeben.

Wie andere schnell wachsende KI-Startups verbraucht xAI zügig die Mittel, die es in jüngsten Finanzierungsrunden eingesammelt hat. Das geht aus dem aktuellen Geschäftsbericht und aus einer Telefonkonferenz mit Investoren hervor, die Manager von xAI laut Insidern geführt haben.

In dem Call erklärten die Verantwortlichen, Ziel sei es, eine KI zu entwickeln, die künftig humanoide Roboter wie den Tesla Optimus antreibt, der zur Ablösung menschlicher Arbeitskraft geschaffen wurde. Im Investoren-Call berichteten xAI-Führungskräfte, darunter Chief Revenue Officer Jon Shulkin, dass sich der Schwerpunkt derzeit auf den schnellen Aufbau von KI-Agenten und anderer Software richte.

Diese Produkte sollen später in das Projekt «Macrohard» einfliessen – eine Bezeichnung, die Musk unter Anspielung auf «Microsoft» für ein reines KI-Softwareunternehmen verwendet. Es soll letztlich die Steuerung für Optimus übernehmen.

Die Unternehmensführung signalisierte den Investoren, xAI verfüge über die nötigen Ressourcen, um weiterhin offensiv investieren zu können. In den Unterlagen wird das rasante Wachstum der Künstlichen Intelligenz als «Fluchtgeschwindigkeit» («Escape Velocity») bezeichnet - ein Begriff aus der Astrodynamik, den Musk auch für das Wachstum anderer seiner Unternehmen wie Space Exploration Technologies verwendet.

Der Umsatz von xAI hat sich im Quartalsvergleich nahezu verdoppelt: Im Dreimonatszeitraum bis zum 30. September 2025 stieg er auf 107 Millionen Dollar, wie Finanzdokumente zeigen, die Investoren vorgelegt und von Bloomberg eingesehen wurden. Ein Sprecher von xAI lehnte eine Stellungnahme ab.

(Bloomberg)