Der Umsatz der Gruppe sank von Januar bis Juni trotz höherer Absatzmengen um 0,8 Prozent auf 1,02 Milliarden Franken. Verantwortlich dafür war der starke Schweizer Franken. In Lokalwährungen gerechnet wären die Verkäufe um 4,5 Prozent gestiegen, sagte Firmenchefin Magdalena Martullo-Blocher am Freitag vor den Medien.
Den grössten Teil des Umsatzes erzielt Ems mit Hochleistungspolymeren, die vor allem in der Autoindustrie Metallteile ersetzen. Sie senken die Produktionskosten und das Fahrzeuggewicht, was wiederum den Energieverbrauch reduziert. Auf die Autobranche entfallen gut 60 Prozent des Konzernumsatzes.
VW-Kürzungen kein Grund zur Sorge
Angesichts dieser starken Abhängigkeit von der Autoindustrie könnten die Sparpläne des Volkswagen-Konzerns Anlass zur Sorge geben. VW will seine weltweiten Produktionskapazitäten von einst 12 auf 9 Millionen Fahrzeuge reduzieren und die Zahl der Modellvarianten deutlich verkleinern.
Martullo sieht darin jedoch keine Bedrohung. «Die Kapazitäten, die Volkswagen schliessen will, werden heute ohnehin schon nicht mehr verwendet», sagte sie. Die Werke der europäischen Autohersteller seien derzeit im Schnitt lediglich zu rund 55 Prozent ausgelastet.
Entscheidend sei die Entwicklung in China. Im weltweit grössten Automarkt werde inzwischen jedes dritte produzierte Fahrzeug exportiert. Gleichzeitig verliere China als Absatzmarkt für ausländische Hersteller zunehmend an Bedeutung: Sieben von zehn neu zugelassenen Autos würden mittlerweile auch im Land selbst gebaut.
Verkaufsoffensive trägt Früchte
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bezeichnete die SVP-Nationalrätin als anspruchsvoll. «Es hat uns auf Trab gehalten, es war turbulent», sagte sie mit Blick auf geopolitische Spannungen und die Unsicherheiten der vergangenen Monate.
Ems setze deshalb konsequent auf Faktoren, die das Unternehmen selbst beeinflussen könne. Bereits 2023 startete der Konzern eine Verkaufsoffensive, insbesondere in China. Diese bringt laut Martullo-Blocher zunehmend profitable Neugeschäfte - sowohl im Automobilbereich als auch in anderen Industrien.
Dabei suchen die Ems-Ingenieure laufend nach Möglichkeiten, Metallkomponenten durch Kunststofflösungen zu ersetzen. Gerade angesichts steigender Energie- und Produktionskosten sei die Nachfrage nach solchen Anwendungen besonders hoch.
Der Fokus auf margenstarke Spezialitäten schlug sich auch in den Zahlen nieder. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 4,7 Prozent auf 310 Millionen Franken. Die EBIT-Marge verbesserte sich um 1,5 Prozentpunkte auf 30,6 Prozent.
Aktie gesucht
Für das Gesamtjahr zeigte sich Ems etwas optimistischer. Neu erwartet der Konzern einen Nettoumsatz, der nur noch leicht unter dem Vorjahreswert liegen dürfte. Die Prognose für das EBIT blieb unverändert und sieht weiterhin einen leichten Anstieg vor.
An der Börse kamen die Zahlen gut an: Die Ems-Aktien legten am Freitagnachmittag um knapp 5 Prozent zu.
(AWP)

