In einem ersten Schritt kaufe OMV 56'000 Tonnen Rohöl, teilte das Wirtschaftsministerium in Wien am Montag mit. Dies geschehe im Rahmen einer international koordinierten Aktion der Internationalen Energieagentur (IEA). Das Öl werde zu marktüblichen Preisen veräussert und ab sofort in die OMV-Raffinerie in Schwechat bei Wien gepumpt. Es dürfe nach der Verarbeitung ausschliesslich zur Inlandsversorgung genutzt werden.
Die Versorgungslage in der Alpenrepublik sei derzeit zwar gesichert, erklärte das Ministerium weiter. Jedoch rechne die EU-Kommission ab Mai mit einem Rückgang des Angebots bei Diesel und Kerosin in Europa, sollte die Krise anhalten. «Österreich ist vom Weltmarkt nicht abgekoppelt», hiess es aus dem Ministerium. Die Freigabe diene als Vorsorge. Wegen der Blockade der für den globalen Öltransport wichtigen Strasse von Hormus stehe dem Weltmarkt derzeit weniger Rohöl zur Verfügung, erklärte der Geschäftsführer der staatlichen Erdöl-Lagergesellschaft (ELG), Michael Niklas. Dem solle mit der Massnahme entgegengewirkt werden.
Die nun abgerufene Menge entspricht den Angaben zufolge zwei Prozent der österreichischen Notstandsreserve, die das Land im Krisenfall für rund 90 Tage absichern soll. Insgesamt hat die Regierung in Wien für die IEA-Aktion 325'000 Tonnen Rohöl zur Verfügung gestellt. Die gesamten Reserven des Landes belaufen sich auf 2,47 Millionen Tonnen. Bereits 2022 hatte Österreich nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine rund 61'500 Tonnen Rohöl aus der Reserve an die teilstaatliche OMV verkauft.
(Reuters)

