Der Fonds «Global Technology Leaders Fund» von Janus Henderson plant, Aktien von SK Hynix zu erwerben. Er setzt darauf, dass die angespannte Versorgungslage dem südkoreanischen Hersteller von KI-Speicherchips nach dem Kursanstieg von 1000 Prozent im vergangenen Jahr weiter zugutekommen wird.
Richard Clode, Co-Manager des «Global Technology Leaders Fund», erklärte, die Marktführerschaft von SK Hynix im globalen Markt für Speicherchips mit hoher Bandbreite bedeute, dass das Unternehmen im nächsten Jahr von einem «überdurchschnittlichen Gewinnwachstum» profitieren könnte. Grund: Mehrjährige Lieferverträge würden voraussichtlich zu höheren Preisen neu verhandelt.
Der 8,3 Milliarden US-Dollar schwere Fonds, der in diesem Jahr 96 Prozent seiner Vergleichsgruppe übertroffen hat, erzielte in den letzten drei Jahren eine Rendite von 36 Prozent. Er hält derzeit Anteile an den US-amerikanischen Speicherchip-Herstellern Micron Technology und Sandisk.
«Die diesjährigen Engpässe werden sich nach allgemeiner Einschätzung im nächsten Jahr noch verschärfen», sagte Clode. «Deshalb sind die Kunden so bereit, diese Verträge zu, wie man meinen könnte, recht drakonischen Bedingungen zu unterzeichnen.»
Clodes Einschätzung ist eine starke Bestätigung für eine Aktie, die zu den Spitzenreitern der globalen KI-Rallye zählt - gerade in einer Zeit, in der die zunehmend überzogenen Bewertungen des Sektors genauer unter die Lupe genommen werden.
Optimistische Anleger argumentieren, dass der Aufstieg von aufwendig herzustellenden, fortschrittlichen Speicherchips, unter anderem von Unternehmen wie SK Hynix, die zyklische Natur der Branche verändert und das Angebot-Nachfrage-Verhältnis langfristig verbessert. SK Hynix und die Konkurrenten Micron und Samsung Electronics, die an der Schnittstelle der globalen KI-Infrastruktur stehen, weisen nun jeweils eine Marktkapitalisierung von über einer Billion Dollar auf.
Laut Counterpoint Research entfielen im vierten Quartal 2025 57 Prozent des Gesamtumsatzes des globalen Marktes für Speicherchips mit hoher Bandbreite auf SK Hynix. Samsung und Micron erreichten Marktanteile von 22 Prozent bzw. 21 Prozent.
Fondsmanager bevorzugt reine Speicherchip-Hersteller gegenüber Samsung
Nachdem Chiphersteller laut Clode noch 2023 «historisch hohe Verluste» erlitten hatten, reduzierten sie ihre Investitionen und verschoben den Bau neuer Werke – Entscheidungen, deren Rückgängigmachung üblicherweise zwei bis drei Jahre dauert.
Die Angebotsengpässe zwingen grosse Cloud-Service-Anbieter, sogenannte Hyperscaler, zu ungewöhnlich aggressiven langfristigen Verträgen, so Clode. Die anhaltend niedrigen Bewertungen der Speicherchip-Aktien machten sie besonders attraktiv, erklärte er.
Bei einem so akuten Angebotsengpass sei die Auswahl der Gewinner weniger wichtig als die blosse Allokation. Dank ihrer stark gestiegenen Gewinne seien die Aktienbewertungen dieser Speicherchip-Hersteller trotz der Rallye attraktiv geblieben.
Micron werde mit dem Zehnfachen des erwarteten Gewinns gehandelt, SK Hynix und Samsung jeweils mit dem Siebenfachen - ein deutlicher Abschlag gegenüber dem 27-Fachen des Philadelphia Semiconductor Index.
Dennoch bevorzugt Clode reine Speicherchip-Hersteller gegenüber Samsung, dessen Unterhaltungselektronikgeschäft unter steigenden Kosten und sinkenden Gewinnen leide. «Diese Aktien werden mit steigenden Kursen immer günstiger, angesichts der enormen Ertragskraft, die sie erzielen», sagte Clode. «Es ist sehr einfach, an ihnen festzuhalten.»
(Bloomberg/cash)
