Zum ersten Quartal, wie auch jeweils zum dritten Quartal, veröffentlicht die Swiss Life lediglich einige Kennzahlen zur Entwicklung des Geschäftsvolumens, der Fee-Erträge und der verwalteten Vermögen. Bei den Bruttoprämien und den Gebühreneinnahmen gehen Analysten von einem in den verschiedenen Märkten, in welchen die Swiss Life tätig ist, breit abgestützten Wachstum aus.
Konkret erwarten Experten Bruttoprämien von 8107 Millionen Franken im ersten Quartal, also rund 2,5 Prozent mehr als im Vorjahresquartal mit 7918 Millionen Franken. Die Fee-Erträge dürften von 659 Millionen Franken auf 689 Millionen Franken gestiegen sein.
Auf der Gegenseite wird bei den für Drittkunden verwalteten Vermögen (TPAM) mit einem starken Rückgang der Nettoneugeldzuflüsse gerechnet. Sie werden auf 3657 Millionen Franken geschätzt, also rund 5500 Millionen Franken tiefer als noch im Vorjahr. Grund dafür ist das starke Wachstum aus dem Vorjahr, das primär durch die Lancierung von Index-Produkten erzielt wurde. Auf Basis der 2025 angewachsenen verwalteten Vermögen und dank eines erwarteten Wachstums beim Verkauf von fondsgebundenen Lebensversicherungen, dürften die Fee-Erträge weiter zunehmen.
Wie präsentiert sich die Kapitalseite?
Die Swiss Life ist seit Jahren sehr solide kapitalisiert, und das dürfte sich auch in diesem Jahr so fortsetzen. Der Versicherer misst dies, wie auch die Schweizer Konkurrenz, am Swiss Solvency Test (SST) der Finma. Diesbezüglich strebt der Konzern eine SST-Quote im Bereich von 140 bis 190 Prozent an. Nach den 213 Prozent zum Ende des letzten Jahres, gehen Analysten weiterhin von einem Wert aus, der über der Ziel-Bandbreite liegt.
Damit sei eine wichtige Bedingung erfüllt, um Zusatzausschüttungen vornehmen zu können, heisst es bei der ZKB. Mit dem bis Ende Mai 2026 laufenden Aktienrückkaufprogramm im Gesamtvolumen von 750 Millionen Franken werde dies auch getätigt. Für dieses Jahr geht die ZKB von keiner weiteren Ankündigung zu einem nächsten Aktienrückkauf aus. Die Cash-Bestände würden für das laufende Programm und die hohen Dividendenzahlungen beansprucht.
Welche Ziele verfolgt die Swiss Life?
Nebst den Kapitalzielen verfolgt die Swiss Life in dem bis Ende 2027 laufenden Dreijahresprogramm weitere Geschäftsziele, wobei das Wachstum im Fee-Geschäft bei Anlegern besonders im Fokus steht. Das Ergebnis aus Finanzberatungen, der Vermögensverwaltung oder dem Verkauf von Vorsorgeprodukten soll auf über eine Milliarde Franken anwachsen. Im 2025 lag das Fee-Ergebnis bei 858 Millionen.
Darüber hinaus soll die Eigenkapitalrendite im Bereich von 17 bis 19 Prozent (2025: 17,2 Prozent) zu liegen kommen und über drei Jahre kumuliert ein Cash-Transfer von 3,6 bis 3,8 Milliarden (2025: 1,22 Mrd) erzielt werden. Mit Blick auf die gesetzten Ziele sah Firmenchef Matthias Aellig den Konzern «gut auf Kurs».
Wieso neigen die Anleger zur Vorsicht?
An der Börse haben die ansonsten «erfolgsverwöhnten» Swiss-Life-Titel im laufenden Jahr einen schweren Stand. Seit Jahresbeginn ging der Kurs um rund 6 Prozent zurück, dies nachdem die Titel seit 2020 stark an Wert zugelegt hatten. In Anlegerkritik geriet der Konzern etwa, weil er die hohen Erwartungen an die Dividendenausschüttung nicht ganz erfüllen konnte. Zudem zeichnen sich im Zuge des Iran-Kriegs Inflations- und damit verbundene Zinsrisiken ab. Höhere Zinsen bergen die Gefahr, dass das Anlagegeschäft und die Immobilienbewertungen unter Druck geraten.
(cash/AWP)
