Die Erzeugerpreise in der Industrie im Euroraum sind vor Ausbruch des Nahost-Krieges gefallen. Im Februar sanken sie gegenüber dem ‌Vormonat ⁠um 0,7 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Von ⁠der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten mit diesem Rückgang gerechnet, nach einem Plus von ‌aufwärts revidiert 0,8 Prozent im Januar. Die Energiepreise ‌in der Industrie sanken im Februar ​zum Vormonat um 2,4 Prozent. Die Herstellerpreise für Investitionsgüter wie Maschinen und Anlagen stiegen im Februar zum Vormonat um 0,3 Prozent. Bei Vorleistungsgütern ergab sich ebenfalls ein Plus von 0,3 Prozent.

Zum Vorjahresmonat gingen die ‌Preise der Hersteller im Februar um 3,0 Prozent zurück. Ökonomen hatten diesen Wert auf dem Zettel. Die Preise gelten ab Werk, also bevor ​die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Erzeugerpreise ​gelten als frühe Hinweisgeber für ​den Verlauf der Verbraucherpreise. Diese sind im Euroraum nach Ausbruch des Nahost-Krieges massiv gestiegen: Die ‌Inflationsrate lag im März mit 2,5 Prozent deutlich über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank von 2,0 Prozent.

US-Präsident Donald Trump hat nunmehr einer zweiwöchigen Feuerpause ​mit ​dem Iran zugestimmt und damit ⁠eine Eskalation des Ende Februar ausgebrochenen Nahost-Kriegs ​vorerst abgewendet. Nordsee-Rohöl der Sorte ⁠Brent und US-Leichtöl WTI verbilligten sich nach der Ankündigung der ‌Waffenruhe um jeweils rund 15 Prozent. «Vor allem die deutlich gefallenen Ölpreise lassen Hoffnungen keimen, dass der Anstieg der Inflationsraten eine kurze ‌Episode bleiben wird», meint Chefvolkswirt Thomas Gitzel von ​der VP Bank. Die Notenbanken könnten im Falle einer nachhaltigen Entspannung der Ölpreise auch von bereits befürchteten Zinsanhebungen absehen.