«Es sieht gut aus für die U-Blox-Aktie»

Die Aktie von U-Blox trotzt der Korrektur an der Schweizer Börse. Im anspruchsvollen Halbleiter-Markt ist dies keine Selbstverständlichkeit. Weshalb der Titel weiter zu den Börsen-Champions zählen dürfte.
12.06.2013 14:56
Von Ivo Ruch
Die U-Blox-Aktie legte seit Jahresbeginn um 45 Prozent zu.

Unter den Halbleiter-Produzenten an der Schweizer Börse SIX sticht U-Blox besonders hervor. Der Aktienkurs des Chipentwicklers aus Thalwil stieg seit Jahresbeginn um 45 Prozent und erreichte am 30. Mai mit 61,65 Franken ein Vierjahreshoch. Auch die Kurskorrektur der letzten zwei Wochen konnte die U-Blox-Aktie nicht stoppen. Während der Swiss Performance Index (SPI) um mehr als sechs Prozent einbrach, hielten sich die U-Blox-Papiere standhaft.

Dieser Kursanstieg widerspiegelt die Stärke des seit Oktober 2007 an der Börse kotierten Hightech-Unternehmens. Hervorgegangen ist U-Blox 1997 aus einem Spin-Off der Eidgenössisch Technischen Hochschule Zürich. Laut Andreas Müller, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, ist U-Blox eine "Erfolgsgeschichte." "Das Unternehmen mischt praktisch in jedem GPS- und Mobilfunk-Markt der Welt mit." Auch für die Zukunft ist Müller zuversichtlich: "Geht die Börse seitwärts, sieht es gut aus für die U-Blox-Aktie. Dann bleibt das Potenzial besser als der Gesamtmarkt."

Umsatzwachstum erwartet

Auch die Analysten der Credit Suisse glauben an den ETH-Spin-Off. Sie haben Mitte Mai das Kursziel der Aktie auf 63 Franken festgelegt. Am Mittwoch notiert das Papier bei 57 Franken. Das Management von U-Blox verspricht auch für das laufende Geschäftsjahr ein markantes Wachstum. Es erwartet eine Zunahme des Umsatzes um etwa 24 Prozent auf rund 215 Millionen Franken. Ob der Fahrplan stimmt, zeigt sich an der Präsentation der Halbjahreszahlen am 5. September.

Ein zentraler Erfolgsfaktor wird sein, dass U-Blox neben der Entwicklung auch die Herstellung von Chips vermehrt selber übernehmen kann. Im Bereich des zurzeit schnellsten Handynetzes 4G sollte das 2014 der Fall sein. "Das würde die Marge positiv beeinflussen", sagt Müller. Absatzchancen bietet auch das 2015 in der Europäischen Union für Automobile obligatorische emergency-call-System, auch E-Call genannt. "Hier ist U-Blox an vorderster Front mit dabei. Denn sie produzieren die entsprechenden Chips und Module bereits heute", so Müller.

Kein Selbstläufer

Der Erfolg in der Halbleiter-Industrie ist allerdings kein Selbstläufer, wie die jüngsten Aktienkurs-Entwicklungen von Micronas und AMS zeigen. Micronas leidet derzeit unter dem schwachen Yen, da die Firma in Japan einen grossen Teil des Umsatzes macht: seit einem Jahr ist der Aktienkurs auf Tauchgang.

"Allgemein ist der externe Einfluss auf die Halbleiter-Industrie erheblich", sagt Müller. Liefert man wie AMS an Kunden wie Apple oder Samsung, dann ist man von deren Innovationskraft und Produktepolitik abhängig. Das musste AMS schmerzlich erfahren: Wegen Verzögerungen neuer Produkte auf Kundenseite sprach der Chiphersteller am Montag eine Gewinnwarnung aus. In der Folge fiel die Aktie in den Keller und verlor seit Anfang Woche beinahe einen Fünftel ihres Wertes. Alleine am Montag brach das Papier 17 Prozent ein.

Laut Müller macht U-Blox gerade im Vergleich mit der Konkurrenz vieles richtig. Ein grosser Vorteil sei, dass die Thalwiler stärker im Industrie- und Autosegment und weniger im Consumer-Bereich engagiert seien. "Die höheren Qualitätsanforderungen der Industrie- und Automärkte bedeuten einerseits weniger Preisdruck und andererseits mehr Marge. Kommt hinzu, dass U-Blox im wettbewerbsintensiven Handy-Markt nur in Nischen tätig ist. In China beliefern sie beispielsweise nur kleine Handy-Produzenten, die kein eigenes Knowhow besitzen."