Die Stiftung Ethos ruft darum die Aktionäre von UBS und Julius Bär auf, an kommenden Generalversammlungen die Vergütungsanträge ablehnen.

Laut Mitteilung vom Dienstag hält Ethos vor allem die variablen Vergütungen der CEOs für zu hoch. So erhielt UBS-Chef Sergio Ermotti 2025 eine variable Vergütung von bis zum 4,8-Fachen seines Grundgehalts von 2,5 Millionen Franken.

Bei Giorgio Pradelli, CEO von EFG International, lag gemäss Ethos die effektive variable Vergütung - inklusive langfristiger Komponenten - beim 4,5-Fachen des Fixlohns. Der neue Julius-Bär-Chef Stefan Bollinger kam ohne Antrittszahlung auf das 4,1-Fache seines Grundgehalts; inklusive Kompensationszahlung summiert sich laut Stiftung seine Gesamtvergütung auf 23,1 Millionen Franken.

Die von Ethos empfohlenen Obergrenzen für variable Vergütungen liegen deutlich tiefer. Sie sehen für CEOs maximal das Dreifache des Grundgehalts vor. Solche Limiten sollen übermässige Risikobereitschaft verhindern, wie sie in früheren Krisen sichtbar wurde. Ethos-Direktor Vincent Kaufmann warnt, dass überhöhte Boni falsche Anreize setzen könnten.

Kritisiert wird insbesondere auch die Struktur einzelner Vergütungspakete. Bei Julius Bär etwa ist ein grosser Teil der Antrittszahlung nicht an klar ausgewiesene Leistungsbedingungen geknüpft, schreibt Ethos. Gleichzeitig wurde dort die Obergrenze für variable Vergütungen in der Geschäftsleitung angehoben.

Ethos will diese Position an den Generalversammlungen von Julius Bär (9. April) und UBS (15. April) vertreten, während diejenige von EFG International bereits am 20. März stattgefunden hat. Dort wurden alle Anträge des Verwaltungsrates angenommen.

(AWP)