Die Europäische Union und Australien haben am Dienstag ein Handelsabkommen unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht die Abschaffung von mehr ‌als ⁠99 Prozent der Zölle auf EU-Exporte nach Australien vor, teilte ⁠die EU-Kommission mit. Für europäische Unternehmen bedeutet dies eine jährliche Ersparnis von einer Milliarde Euro ‌an Zollgebühren. Das Abkommen senkt zudem Zölle ‌auf Importe kritischer Mineralien. EU-Kommissionspräsidentin Ursula ​von der Leyen und der australische Premierminister Anthony Albanese trafen sich zur Unterzeichnung in Canberra.

Das Abkommen spiegelt die Bemühungen der EU wider, ihre Exportmärkte zu diversifizieren und die Abhängigkeit von China zu verringern. Peking ‌hatte zuletzt Exportkontrollen für einige wichtige Rohstoffe verhängt. Die Vereinbarung zur Abschaffung von Zöllen auf kritische Mineralien aus Australien sei entscheidend für die Diversifizierung der ​Lieferketten weg von China, sagte von der Leyen. Die ​EU-Kommission erwartet, dass die Gesamtexporte nach ​Australien innerhalb der nächsten zehn Jahre um bis zu 33 Prozent steigen könnten. Im ‌Dienstleistungssektor erhält die EU erweiterten Zugang für Telekommunikation und Finanzdienstleistungen. Australische Zölle auf Wein, Sekt, Obst, Gemüse und Schokolade entfallen sofort, auf Käse ​über ​drei Jahre. Für Rindfleisch öffnet die ⁠EU zwei Zollkontingente mit insgesamt 30'600 Tonnen.

Die ​Verhandlungen zwischen Australien und ⁠der EU hatten 2018 begonnen. Frühere Gespräche waren 2023 vor ‌allem wegen Meinungsverschiedenheiten über EU-Quoten für Fleischimporte gescheitert. EU-Unternehmen exportierten 2025 Waren im Wert von 37 Milliarden Euro nach Australien ‌sowie Dienstleistungen für 28 Milliarden Euro im Jahr 2023. ​Die EU war 2024 Australiens drittgrösster Handelspartner und zweitgrösste Quelle für Auslandsinvestitionen.

(Reuters)