Angesichts des steigenden Risikoappetits am Finanzmarkt war die Rolle der Schweizer Währung als sicherer Hafen weniger gefragt. Am frühen  Morgen müssen heute für den Euro 1,00342 Franken gezahlt werden. Wells-Fargo-Stratege Eric Nelson sieht den Euro auf Zwei-Monats-Sicht auf 1,0265 Franken anziehen. Dabei verweist er auf den verbesserten Konjunkturausblick für den Euroraum sowie die Geldpolitik. Gegenüber dem Dollar legte der Euro bis zu 0,4 Prozent zu und erreichte mit 1,0776 Dollar den höchsten Wechselkurs seit Mai.

Da das warme Winterwetter die Energiekrise mildert, wächst unter Anlegern die Zuversicht in den Euro wieder. Im Kampf gegen die Inflation indessen haben EZB-Räte die Notwendigkeit weiterer Straffungen der Geldpolitik signalisiert. Olli Rehn sagte am Mittwoch, die Zinsen müssten „noch deutlich steigen“, um ausreichend restriktiv zu sein.

Der Euro profitierte zudem von der Nachricht, dass Olaf Scholz sich angesichts des amerikanischen Green Deals für die Schaffung neuer gemeinsamer europäischer Finanzierungsinstrumente einsetzen will. Sie soll den Euro-Ländern helfen, mit den wachsenden US-Subventionen für grüne Technologien mitzuhalten. “Dies senkt die Staatsverschuldungsrisiken in der Eurozone und hilft dem Euro, sich breiter zu erholen”, erklärte Valentin Marinov, Leiter der G10-Devisenstrategie bei Credit Agricole.

Stützend für den Euro wirkte auch die gestiegene Risikobereitschaft der Anleger angesichts der Wiederöffnung der chinesischen Wirtschaft nach der Abkehr von der Null-Covid-Politik und der Aussicht auf einen künftig weniger aggressiven Straffungskurs der US-Notenbank. Am Mittwoch wurden Euro-Leerverkäufe eingedeckt und am Terminmarkt gab es starke Nachfrage nach Euro-Optionen.

(Bloomberg)