Die Neuzulassungen stiegen im vergangenen Monat um 7 Prozent auf 1,15 Millionen Fahrzeuge, wie der europäische Branchenverband ACEA am Mittwoch mitteilte. Die Verkäufe legten in wichtigen Märkten wie Deutschland und Grossbritannien zu. Die Auslieferungen von Elektroautos sprangen um 38 Prozent.

Die robuste Nachfrage ist ein positives Signal für europäische Autobauer, die mit Überkapazitäten, US-Zöllen und nachlassenden Verkäufen in China kämpfen. Der Absatz von Elektroautos wächst, weil erschwinglichere Modelle sowohl von heimischen Herstellern wie Volkswagen und Stellantis als auch von chinesischen Marken wie BYD verfügbar sind. In Deutschland, Europas grösstem Markt, wo eine neue Förderung gilt, stiegen die Elektroautoverkäufe um 41 Prozent.

Unklar ist weiterhin, inwieweit der Konflikt im Nahen Osten, der in Regionen wie Asien ein grösseres Interesse an Elektroautos ausgelöst hat, Kaufentscheidungen in Europa beeinflusst. Zugleich birgt der Krieg laut Bloomberg Intelligence ein Risiko, sollte er deutlich länger andauern.

«Höhere Energiekosten infolge des Iran-Kriegs könnten das Verbrauchervertrauen belasten und Ausgaben für grössere Anschaffungen wie Autos gefährden», schrieb BI-Analystin Gillian Davis am Dienstag in einer Mitteilung.

Während erschwingliche Elektroautos gut laufen, mehren sich die Hinweise, dass teurere batteriebetriebene Fahrzeuge weiter schwer zu verkaufen sind. Die Aktien von Ferrari fielen am Dienstag, nachdem der erste elektrische Supersportwagen des Unternehmens, der 550'000 Euro teure Luce, Kritiker und Investoren nicht überzeugen konnte.

Auch die Auslieferungen von Hybridautos in der Region stiegen im vergangenen Monat, während die Verkäufe von Benzin- und Dieselfahrzeugen zurückgingen. Das deutet auf einen anhaltenden strukturellen Wandel des Marktes hin zu Autos mit Batterie.

Tesla setzte seine Erholung in Europa nach einem schmerzhaften Jahr 2025 fort. Die europäischen Verkäufe des US-Herstellers sprangen im April um 47 Prozent. Auch Volkswagen, Stellantis, Mercedes-Benz und BMW meldeten höhere Auslieferungen.

Chinesische Marken bauen ihre Präsenz in Europa weiter aus und verschaffen sich damit Entlastung vom harten Preiskampf im Heimatmarkt. Geely und BYD zählen zu den meistverkauften Anbietern aus China. Chery gehörte mit einem Plus von 322 Prozent zu den besonders wachstumsstarken Marken. Die SUV der Marke Jaecoo erweisen sich vor allem bei britischen Käufern als beliebt.

(Bloomberg)

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