Die Aktien von Zurich notieren im frühen Handel am Donnerstag rund 0,24 Prozent höher auf 590,60 Franken. In einem leicht positiven Marktumfeld - der Swiss Market Index (SMI) steigt rund 0,1 Prozent - sorgt eine Kurszielhochstufung von Julius Bär für minimalen Rückenwind.

Julius Bär erhöht von 660 auf 666 Franken und bestätigt damit die bisherige Kaufempfehlung. Ein um 6 Franken höheres Kursziel wirkt auf den ersten Blick bescheiden, in Anbetracht der jüngst vorgelegten Halbjahreszahlen ist es aber umso bemerkenswerter.

Zur Erinnerung: Seit Ende Juli geben die Zurich-Titel fast 6 Prozent nach, allein der Verlust nach der Zahlenpublikation von Anfang August beträgt 3 Prozent. Zwar sei die Versicherungsgruppe auf Kurs, die Finanzziele für 2027 zu übertreffen. Schwachstellen sind jedoch die US-Tochtergesellschaft Farmers und ein Betriebsgewinn, der unter dem Konsens lag. Die Reaktionen der Analysten fielen auf diese Ergebnisse deshalb gemischt aus: Drei Experten hoben ihr Ziel an, einer senkte es. Allerdings lagen diese Anpassungen ausnahmslos unter dem aktuellen Kursniveau.

Dass Julius Bär die Messlatte nun anhebt, ist umso bemerkenswerter - denn das Finanzinstitut stellt laut LSEG das dritthöchste Kursziel im Markt. Der Bär-Analyst lässt sich von Farmers und dem Betriebsgewinn nicht verunsichern: Denn die starken Ertrags- und Rentabilitätstrends hätten sich im ersten Halbjahr fortgesetzt - ein gutes Zeichen für die künftige Entwicklung. Viel wichtiger aber: Zurich weise unter den Schweizer «Big Four» den defensivsten Geschäftsmix auf, was die Aktie attraktiv mache.

Von 16 Analystinnen und Analysten raten sechs zum Kauf, ebenso viele zum Halten und vier zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 578 Franken - rund 2 Prozent unter dem aktuellen Niveau. Einzig Berenberg zeigt sich mit einem Ziel von 902 Franken noch viel optimistischer und verweist auf die Solvenzquote von 265 Prozent:

Diese erlaube viel Spielraum für Übernahmen und höhere Dividenden. Mit 60 Prozent Kurspotenzial auf Sicht von zwölf Monaten hält der Berenberg-Experte die Papiere für stark unterbewertet.

Luca_Niederkofler
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