Trotz der Versprechen von US-Präsident Donald Trump dürfte es nach Einschätzung von Experten Jahre dauern, bis die Ölförderung in Venezuela wieder nennenswert ansteigt. Selbst wenn US-Konzerne wie von Trump in Aussicht gestellt Milliarden investieren würden, stünden dem eine marode Infrastruktur, Sicherheitsbedenken und politische Instabilität entgegen, sagten Analysten am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem müssten erst die Sanktionen aufgehoben und die Gesetze des Landes geändert werden, um ausländische Investitionen zu ermöglichen. «Wenn Trump und andere einen friedlichen Übergang mit wenig Widerstand schaffen, dann gibt es in fünf bis sieben Jahren einen deutlichen Anstieg der Ölförderung», sagte der Energie-Stratege Thomas O'Donnell. Ein gescheiterter Übergang könne jedoch zu jahrelangem Widerstand führen.
Unter den US-Konzernen wäre Chevron in der besten Ausgangslage, um von einer Öffnung zu profitieren, da das Unternehmen als einziger US-Ölmulti noch im Land aktiv ist. Ein starkes Interesse an einer Rückkehr dürfte jedoch vor allem ConocoPhillips haben. Der Konzern habe nach einer Verstaatlichung vor fast zwei Jahrzehnten noch Ansprüche von mehr als zehn Milliarden Dollar, sagte Francisco Monaldi vom Baker Institute der Rice University. Die Geschichte zeige jedoch, dass ein solches Engagement nicht zwangsläufig US-Firmen zugutekämen, warnte der Energieexperte Ed Hirs von der University of Houston. «Die USA haben bei den Regimewechseln im Irak und in Libyen keinerlei Nutzen aus dem Öl gezogen. Ich fürchte, die Geschichte wird sich in Venezuela wiederholen.» Die Ölförderung in Venezuela ist von einst 3,5 Millionen Barrel pro Tag in den 1970er Jahren auf zuletzt rund 1,1 Millionen Barrel pro Tag gesunken.
(Reuters)
