Diese waren angezapft worden, um ‌globale Angebotsengpässe ⁠infolge des Krieges der USA und Israels gegen den Iran auszugleichen. Die Nachfrage nach Rohöl ⁠dürfte durch die Käufe steigen und einen Teil des erwarteten weltweiten Überangebots auffangen, das durch die geplante Ausweitung der ‌Opec+-Fördermengen entsteht, hiess es.

Laut dem Analysehaus Kpler könnte das Auffüllen der ‌Bestände die Nachfrage bis zum dritten Quartal 2027 ​um bis zu 664'000 Barrel pro Tag erhöhen und so einen Preisverfall bremsen. «Die Wiederauffüllung der strategischen Erdölreserven wird 2027 zu einer höheren Preisuntergrenze führen», sagte Christopher Haines, Experte bei der Beratungsfirma Energy Aspects.

Die USA dürften ihre Reserven als erstes Land wieder aufstocken. Im Rahmen von Tauschvereinbarungen sollen Unternehmen ‌geliehenes Öl samt eines Aufschlags zurückgeben. US-Energieminister Chris Wright hatte Ende Juni der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, die Regierung erwarte durchschnittlich 1,28 Barrel für jedes freigegebene Barrel zurück. Die Rücklieferungen sollen helfen, die Bestände wieder auf ​über 400 Millionen Barrel zu heben. Washington prüfe zudem Möglichkeiten, die ​Reserven auf mehr als 500 Millionen Barrel aufzustocken, erklärte ​Wright.

Die strategischen Reserven der USA waren in der am 3. Juli endenden Woche um 6,2 Millionen auf 319,5 Millionen ‌Barrel gesunken. Das ist Daten des US-Energieministeriums vom Montag zufolge der niedrigste Stand seit April 1983.

In Asien planen mehrere Länder, die stark von Lieferungen aus der Golfregion abhängig ​sind, ​angesichts des jüngsten Preisschocks eine Ausweitung ihrer Lagerkapazitäten. ⁠China baut elf neue strategische Öllager, während Indien seine Kapazitäten mehr ​als verdoppeln will. Sinkende ⁠Ölpreise könnten China Analysten zufolge zu zusätzlichen Käufen animieren. Auch die Philippinen bauen mit japanischer Unterstützung ‌ein nationales Reservesystem auf.

Während der Krise hatte die Internationale Energieagentur (IEA) eine beispiellose Freigabe von 400 Millionen Barrel koordiniert, nachdem Störungen in der Strasse von Hormus die Rohölpreise ‌drastisch in die Höhe getrieben hatten. Die Sorte Brent war Ende ​April auf über 126 Dollar pro Barrel gestiegen. Insgesamt wurden in diesem Jahr schätzungsweise 1,5 Milliarden Barrel aus den weltweiten Beständen entnommen.

(Reuters)