Lediglich ein Geldhaus erfüllte im vergangenen Jahr die Kapitalanforderungen und -empfehlungen nicht, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Noch 2021 waren es sechs Institute gewesen. "Die Banken haben die wirtschaftlichen Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine dank ihrer starken Eigenkapital- und Liquiditätspositionen, ihrer höheren Rentabilität und der kontinuierlichen Verbesserung der Aktivaqualität gut verkraftet", erklärte EZB-Chefbankenaufseher Andrea Enria zu den Ergebnisses der jährlichen Bankenprüfung (SREP).
Solange der Krieg andaure, hielten aber auch die Herausforderungen für die Banken an, erklärte Enria. Zudem müssten die Auswirkungen steigender Zinsen sorgfältig beobachtet werden. Die Aufseher forderten die Finanzinstitute zudem auf, anhaltende Schwächen zu beseitigen. Dabei nannten sie insbesondere Risikokontrolle und Unternehmensführung. Zudem hielten die Aufseher die Geldhäuser an, künftige Entwicklungen vorsichtig einzustufen. Die Gesamtkapitalanforderung und -empfehlung für das harte Kernkapital (CET 1) habe sich im Schnitt für 2023 leicht erhöht auf rund 10,7 Prozent von 10,4 Prozent im vorigen Jahr.
Bei 24 Banken haben die Überprüfung zu Kapitalaufschlägen für Risikokredite geführt. Diese Institute hätten die Erwartungen zur Deckung seitens der Aufsicht nicht erfüllt. Sie müssten diese Lücken nun schliessen. Die EZB ist seit 2014 für die Aufsicht über die grossen Banken in der Euro-Zone zuständig. Aktuell überwacht sie 113 Institute.
(Reuters)