Dazu sei aber als erstes eine Stärkung des europäischen Binnenmarkts nötig, sagte EZB-Direktorin Isabel Schnabel am Mittwochabend in Berlin. Da steckten «grosse Potenziale drin», um auf einen besseren Wachstumspfad zu kommen. Die internationale Rolle des Euro sei ein Thema, das die Europäische Zentralbank umtreibe. Diese Rolle müsse man sich auf globaler Ebene verdienen und «nicht, indem man gemeinsame Staatschulden herausgibt». Institutionelle Integrität sei notwendig, damit eine Währung international als Leitwährung überhaupt infrage komme.
Die Rolle des Euro könne gestärkt werden. Es sei jedoch unrealistisch, den Dollar als Leitwährung abzulösen. Eine gemeinsame europäische Verschuldung sei ein schwieriges Thema. Zunächst müsse Europa die Integration vorantreiben. Es scheine ihr die falsche Reihenfolge, die gemeinsame Verschuldung an den Anfang zu stellen. Zunächst müsse der Wille zur politischen Integration da sein, damit der Schuss nicht nach hinten losgehe.
Vor allem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dringt darauf, den Etat der EU auch über die Aufnahme gemeinsamer Schulden der Mitgliedstaaten zu finanzieren. Bundeskanzler Friedrich Merz hat einer generellen Gemeinschaftsfinanzierung der Europäischen Union indes eine klare Absage erteilt.

