Die jüngsten Inflationsdaten für den Euroraum hatten gezeigt, dass die Teuerung im August nicht weiter gesunken ist sondern auf dem Vormonatswert von 5,3 Prozent verharrte. «Ich habe noch keine Entscheidung getroffen, weil ich noch nicht alle Daten habe, aber ich würde eine Anhebung nicht ausschliessen», sagte Holzmann am Donnerstag auf dem Reuters Global Markets Forum. «Wir sind noch nicht auf dem höchsten Niveau; es könnte sein, dass wir eine weitere Erhöhung oder zwei vornehmen.» Die nächste Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) ist am 14. September.

Die EZB hat seit Sommer 2022 die Zinsen bereits neun mal in Folge angehoben. Der am Finanzmarkt massgebliche Einlagensatz liegt dadurch inzwischen bei 3,75 Prozent - das höchste Niveau seit Oktober 2000. Holzmann zufolge könnte der Satz, sollte er dieses Jahr noch weiter angehoben werden, 2024 wieder nach unten gesetzt werden. Sollten dieses Jahr über vier Prozent erreicht werden und die Inflation sinken, könne die EZB vielleicht schon 2024 zu niedrigeren Zinsen übergehen, sagte er. «Wenn das nicht der Fall ist, müssen wir auf das Jahr 2025 warten.»

Aus seiner Sicht sollte die EZB auch bald über die Beendigung der Reinvestitionen in ihrem billionenschweren Notfall-Anleihenkaufprogramm PEPP diskutieren. Bislang will die EZB die PEPP-Reinvestitionen noch bis mindestens Ende 2024 vollumfänglich fortsetzen.

(Reuters)