Der Verlust lag bei 1,254 Milliarden Euro 2025, wie die EZB am Donnerstag mitteilte. 2024 hatte der Fehlbetrag noch bei 7,94 Milliarden Euro gelegen. «Die Zinsaufwendungen im Jahr 2025 waren deutlich niedriger als im Jahr 2024», hiess es dazu weiter. Mit dem Fehlbetrag fällt allerdings die Gewinnausschüttung an die nationalen Notenbanken der Euro-Zone abermals aus. Der Verlust von 2025 wird, wie die Fehlbeträge der Vorjahre, in der Bilanz der EZB verbleiben und mit künftigen Gewinnen verrechnet werden. Die Zentralbank erwartet, dass sie 2026 oder im darauffolgenden Jahr wieder Gewinne erzielen wird.
Dies hänge jedoch von der zukünftigen Entwicklung der EZB-Leitzinsen und Wechselkurse sowie von der Grösse und Zusammensetzung der EZB-Bilanz ab, hiess es weiter: «Die EZB kann in jedem Fall effektiv arbeiten und ihr Hauptmandat der Preisstabilität unabhängig von etwaigen Verlusten erfüllen.» Die Währungshüter um EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatten im Kampf gegen eine hohe Inflation eine Serie von Zinserhöhungen beschlossen, die im September 2023 in einem Rekordniveau von 4,00 Prozent beim Einlagensatz gipfelten. Sie vollzog dann im Zuge des nachlassenden Preisauftriebs eine Wende und senkte 2024 vier Mal die Zinsen, 2025 folgten weitere vier Schritte nach unten - zuletzt im Juni. Seither steht der Leitzins unverändert bei 2,00 Prozent.
Personalkosten sinken
«Die Verluste seit 2022 folgen auf viele Jahre substanzieller Gewinne und sind das Ergebnis von Massnahmen des Eurosystems, die notwendig waren, um dessen Hauptauftrag der Preisstabilität zu erfüllen», erläuterte die EZB: Diese Massnahmen erforderten eine Ausweitung ihrer Bilanz durch den Ankauf von Vermögenswerten, vorwiegend mit festen Zinssätzen und langen Laufzeiten. Dies führte zu einem entsprechenden Anstieg der Verbindlichkeiten, für die die EZB variable Zinsen zahlt.
Die Leitzinserhöhungen in den Jahren 2022 und 2023 trieben die Zinsaufwendungen für die Verbindlichkeiten daher unmittelbar in die Höhe. Nicht im selben Masse stiegen hingegen die Zinserträge aus den Finanzanlagen - etwa aus dem Pandemie-Notfallankaufprogramm (PEPP) und dem Programm zum Ankauf von Vermögenswerten (APP): «Die seit 2024 erfolgten Senkungen der Leitzinsen der EZB und der kontinuierliche Rückgang der Verbindlichkeiten der EZB infolge der Fälligkeit von Wertpapieren im Rahmen des APP und des PEPP reduzieren die Auswirkungen dieser Zinsinkongruenz erheblich», erklärte die Notenbank. Daher seien die Nettozinsaufwendungen im Jahr 2025 deutlich niedriger als in den Vorjahren.
Auch bei den Personalkosten kam es 2025 zu Entlastungen: Sie sanken auf 809 Millionen Euro (2024: 844 Millionen Euro), hauptsächlich aufgrund geringerer Ausgaben für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses und andere langfristige Leistungen. Die Bilanzsumme der EZB verringerte sich 2025 um 37 Milliarden auf 603 Milliarden Euro. Dies war hauptsächlich auf den schrittweisen Rückgang der APP- und PEPP-Bestände zurückzuführen.
(Reuters)

