Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat angesichts des Iran-Kriegs Handlungsbereitschaft signalisiert. Allerdings wolle die EZB die weitere Entwicklung zunächst abwarten, sagte Lagarde am Mittwoch in Frankfurt auf einer EZB-Konferenz. «Wir werden nicht handeln, bevor wir über ausreichende Informationen über das Ausmass und die Dauer der Schockwelle sowie deren Ausbreitung verfügen.»

Die Notenbankpräsidentin versicherte, dass die EZB, falls notwendig, nicht zögern werde zu handeln. «Unser Bekenntnis zu einer Inflationsrate von 2 Prozent auf mittlere Sicht ist bedingungslos.»

Bei einem zeitlich und von der Intensität her begrenzen Energieschock könne man aber durch die Entwicklung durchschauen, sagte Lagarde. Hier könne ein zu frühes Handeln kontraproduktiv sein. «Sollte der Schock zu einer starken, wenn auch nicht allzu anhaltenden Überschreitung unseres Zielwerts führen, könnte eine gewisse Anpassung der Politik gerechtfertigt sein», sagte Lagarde. Man verfüge über abgestufte Handlungsoptionen.

Die EZB hatte in der vergangenen Woche ihre Leitzinsen nicht angetastet. Der für Sparer und Banken wichtige Einlagenzins blieb bei 2,0 Prozent. Der Iran-Krieg und die Schliessung der Strasse von Hormus hat die Rohöl- und Erdgaspreise nach oben getrieben. Dies kann einen Inflationsschub auslösen.

(AWP)