Die Währungshüter stuften es als wesentlich ein, zu kommunizieren, dass die Geldpolitik noch einen weiteren Weg zurücklegen muss, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll des Zinstreffens am 14. und 15. Juni in Frankfurt hervorgeht. "Es wurde die Sichtweise vertreten, dass der EZB-Rat nötigenfalls eine Anhebung der Zinssätze über den Juli hinaus in Betracht ziehen könnte", hieß es darin. Insbesondere die hartnäckig hohe Kerninflation, in der die schwankungsreichen Preise für Energie- und Lebensmittel außen vor bleiben, bereiteten den Euro-Wächtern auf dem Treffen Sorgen.
Die Währungshüter hatten auf der Sitzung die Schlüsselsätze wie zuvor im Mai um einen viertel Prozentpunkt angehoben. Es war seit Sommer 2022 bereits die achte Zinserhöhung in Folge. Der am Finanzmarkt richtungsweisende Einlagensatz, den Geldhäuser für das Parken überschüssiger Gelder von der Notenbank erhalten, wurde auf 3,50 Prozent nach oben gesetzt - das höchste Niveau seit 22 Jahren. Auf der Pressekonferenz nach dem Zinsbeschluss stellte EZB-Präsidentin Christine Lagarde für die kommende Sitzung am 27. Juli bereits die nächste Zinserhöhung in Aussicht.
(Reuters)
