Grundsätzlich ‌sei ⁠er nicht dafür, die Mindestreserveanforderung anzuheben, sagte das EZB-Ratsmitglied dem «Handelsblatt». ⁠Dabei handelt es sich um die Einlagen, die Banken als Puffer ‌unverzinst bei der Zentralbank halten müssen. In ‌Kombination mit einer fehlenden ​Verzinsung komme eine Erhöhung einer Form der Besteuerung gleich, erklärte Wunsch. Er befürchtet, die EZB könnte den Eindruck erwecken, fiskalische Macht gegen Banken einzusetzen. Die Europäische Zentralbank (EZB) ‌prüft Insidern zufolge mehrere Optionen, um ihre finanziellen Verluste einzudämmen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde bestätigte nach dem Zinsentscheid am Donnerstag, ​dass die Währungshüter eine Anhebung der Mindestreserveanforderungen erörtern werden. ​Das Thema sei aber ​auf der jüngsten Ratssitzung nicht besprochen worden.

Derzeit müssen Geschäftsbanken ein Prozent ‌ihrer Einlagen und bestimmter kurzfristiger Verbindlichkeiten als unverzinste Reserve bei ihren jeweiligen nationalen Notenbanken hinterlegen. Eine Verdoppelung auf zwei Prozent ​würde ​der EZB und den ⁠21 nationalen Zentralbanken des Eurosystems nach Reuters-Berechnungen ​jährlich fast vier ⁠Milliarden Euro einsparen. Zudem könnten die Währungshüter die Verzinsung ‌für einen Teil der Überschussreserven streichen. Aktuell erhalten die Geldhäuser Zinsen in Höhe von 2,25 Prozent ‌auf jeden Euro, den sie über das ​geforderte Minimum hinaus parken.

(Reuters)