Die jüngste Analyse des EZB-Stabs deute darauf hin, dass sich die Auswirkungen der geldpolitischen Straffung auf die Wirtschaft und die Inflation in den kommenden Jahren verstärken dürften, sagte die EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Montag vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments. Laut Lagarde müssen die Zinsen trotz des nachlassenden Preisdrucks im Euroraum weiter steigen: "Unsere künftigen Entscheidungen werden sicherstellen, dass die Leitzinsen auf ein ausreichend restriktives Niveau angehoben werden, um eine rechtzeitige Rückkehr der Inflation zu unserem mittelfristigen Ziel von zwei Prozent zu erreichen."
Die EZB hat die Schlüsselzinsen bereits sieben Mal in Folge um insgesamt 3,75 Prozentpunkte angehoben. Für die nächste Zinssitzung am 15. Juni in Frankfurt rechnen von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte mit einer weiteren Erhöhung um einen viertel Prozentpunkt. Die Inflation im Euroraum hat im Mai zwar spürbar nachgelassen, liegt mit 6,1 Prozent aber noch weit über der von der EZB angestrebten Stabilitätsmarke von 2,0 Prozent. "Der Preisdruck bleibt hoch", so das Fazit von Lagarde.
(Reuters)
