Demnach erwarten die Konsumenten in einer vom 5. Februar bis zum 3. März erhobenen Umfrage im Mittel (Median) auf Sicht von drei Jahren eine Teuerungsrate von 2,5 Prozent, wie die EZB am Freitag mitteilte. Im Januar hatten sie zwar noch 2,6 Prozent veranschlagt. Doch die jüngste Umfrage erfasst die vom Ölpreisschock in Zuge des Iran-Kriegs ausgelösten Inflationssorgen der Verbraucher nur zu einem kleinen Teil, da rund 97 Prozent der Antworten vor Ausbruch des Konflikts am 28. Februar eingingen.
Ökonomen erwarten Sprung der Teuerungsrate
Die Inflationserwartungen der Verbraucher fliessen in die Entscheidungsfindung der EZB ein. An den Finanzmärkten wird über eine nahende Zinserhöhung der Währungshüter spekuliert, die sich damit gegen die Inflation stemmen könnten. Der EZB-Rat erwartet, dass die höheren Energiepreise im Zuge des Krieges in Nahost auf kurze Frist auf die Inflation durchschlagen werden. Für die in der nächsten Woche anstehenden Daten zur Inflation im Euroraum rechnen Ökonomen für März mit einem Sprung der Teuerungsrate auf 2,7 von 1,9 Prozent im Februar.
Der EZB-Rat rührte den Leitzins von 2,0 Prozent zuletzt nicht an. Der zyprische Notenbankchef Christodoulos Patsalides sagte Reuters mit Blick auf den geldpolitischen Kurs, entscheidend sei, ob die Prognose mittelfristig zu einem anderen Wert als dem erklärten Inflationsziel der EZB von 2,0 Prozent führe. «In diesem Fall ergreifen wir Massnahmen. Wenn die Inflation jedoch durch einen Angebotsschock erklärt wird und sich nicht auf andere Preise auswirkt, besteht kein Grund für geldpolitische Massnahmen, da diese wirkungslos blieben.»
(Reuters)

