Zum ersten Mal müssen Betreiber wichtiger Einrichtungen in der Schweiz Cyberangriffe dem Staat melden. Die erste Jahresbilanz des Bundes zeigt: Unser Land wird fast täglich angegriffen.
21.02.2026 09:30
Von Tobias Bolzern
Netzwerk-Verkabelung in einem Rechenzentrum (2025).
Quelle: IMAGO/Steinsiek.ch
Kraftwerke, Wasserwerke, Spitäler, Bahnbetriebe und Behörden: Seit dem 1. April 2025 gilt in der Schweiz eine gesetzliche Meldepflicht für Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen. Wer angegriffen wird, muss dies innerhalb von 24 Stunden dem Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) melden.
Bis Ende Jahr gingen 222 Pflichtmeldungen ein. Also fast eine pro Tag. Das zeigt der aktuelle Jahresbericht, den der Bund am Montag veröffentlicht hat. Wer die Meldung unterlässt, riskiert seit Oktober eine Busse von bis zu 100'000 Franken.
Am häufigsten im Visier von Cyberkriminellen sind Behörden und Verwaltungen, IT-Unternehmen sowie Banken und Versicherungen. Die Angreifer verschaffen sich meist unbefugt Zugang zu Systemen, legen Websites durch gezielte Überlastungsangriffe (DDoS) lahm oder stehlen Passwörter und Zugangsdaten.