Die Inflation sei zwar immer noch zu hoch, bewege sich aber langsam nach unten, sagte Neel Kashkari, Präsident der regionalen Notenbank von Minneapolis zudem am Montag in einem Interview mit dem Sender CNBC.
«Ich denke, das Inflationsrisiko ist hartnäckig», sagte Kashkari. Es dürfte mehrere Jahre dauern, bis sich die Effekte höherer US-Zölle durch das System arbeiteten. «Wobei ich glaube, dass das Risiko besteht, dass die Arbeitslosenquote von hier aus in die Höhe schnellen könnte», erklärte der Fed-Banker. Er vermute, dass sich die Geldpolitik nun nahe einem neutralen Niveau bewege.
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hatte im vergangenen Jahr den Leitzins in drei Schritten um insgesamt 0,75 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent gesenkt. Die Währungshüter standen dabei vor einem Balanceakt: Sie wollten die Inflation eindämmen, ohne den schwächelnden Arbeitsmarkt abzuwürgen. Zudem sah sich die Fed erheblichem Druck von Präsident Donald Trump ausgesetzt, der aggressivere Zinssenkungen forderte.
Insgesamt erwarte er, dass die Wirtschaft widerstandsfähig bleibe, sagte Kashkari. Der Arbeitsmarkt kühle sich klar ab und auch das Lohnwachstum gehe langsam zurück. Kashkari rechnet mit einer geringen Zahl an Neueinstellungen, aber auch mit wenigen Entlassungen.
Mit Blick auf die von der Regierung verhängten Zölle sagte er, man nähere sich einer Art Gleichgewicht. Eine mögliche Entscheidung des Obersten Gerichtshofs gegen die Regierung in dieser Frage würde jedoch neue Unsicherheit schaffen.
