Die Geldpolitik befinde sich an einem Scheideweg, sagte Waller am Montag vor Wirtschaftsvertretern in New York. Richtungsweisend seien neue Daten, allen voran der Bericht zu den Verbraucherpreisen am Dienstag. Sollten die Zahlen in die falsche Richtung weisen, dürfe die Fed nicht nachlässig sein.
«Ich nehme die Inflationssignale, die ich heute erörtert habe, nicht auf die leichte Schulter», erklärte Waller. Sollte die Kerninflation in dieser Woche erneut hoch ausfallen, müsse der Offenmarktausschuss (FOMC) eine baldige Straffung der Geldpolitik in Betracht ziehen. An den Finanzmärkten stiegen daraufhin die Wetten auf eine Zinserhöhung: Die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt auf der Fed-Sitzung im Juli kletterte von 35 auf 45 Prozent.
Waller äusserte sich zudem besorgt darüber, dass sich der Preisdruck in der gesamten Wirtschaft ausbreite. Darüber hinaus könnte der wieder aufgeflammte Konflikt der USA und Israels gegen den Iran die Ölpreise erneut in die Höhe treiben und damit die Hoffnungen auf sinkende Kosten dämpfen.
Die Bekämpfung der seit Jahren überhöhten Teuerungsrate ist ein zentrales Anliegen des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh. Der von US-Präsident Donald Trump ins Amt geholte Notenbanker wird am Dienstag mit Spannung zu seiner halbjährlichen Anhörung im Kongress erwartet, wo er sich den Fragen des Finanzdienstleistungsausschusses stellen muss. Auf ihrer jüngsten Sitzung Mitte Juni hatte die Fed die Leitzinsen noch unverändert gelassen. Die Währungshüter waren zu diesem Zeitpunkt jedoch uneins darüber, ob im laufenden Jahr eine weitere Zinserhöhung erforderlich sein wird.
(Reuters)

