US-Notenbanker Waller erklärte am Montag, bei einer anhaltenden Belebung des ‌Arbeitsmarkts ⁠könne er sich für die Sitzung im März eine Pause vorstellen. Der unerwartet starke ⁠Stellenaufbau von 130'000 Jobs im Januar sei eine positive Überraschung gewesen.

Sollte sich dieser Trend im Februar fortsetzen, «könnte ‌sich meine Einschätzung der angemessenen Geldpolitik in Richtung einer ‌Zinspause bei unserer nächsten Sitzung verschieben», sagte Waller ​auf einer Konferenz der National Association for Business Economics.

Er hatte auf der Fed-Sitzung im Januar gegen die Entscheidung votiert, die Zinsen unverändert in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent zu belassen. Er argumentierte, angesichts des schwachen Beschäftigungswachstums und der Gefahr eines Anstiegs ‌der Arbeitslosigkeit halte er eine weitere Senkung um einen Viertelprozentpunkt für angemessen.

Zu diesem Zeitpunkt war er noch als möglicher künftiger Fed-Chef im Gespräch. US-Präsident Donald Trump, der die ​unabhängigen Währungshüter immer wieder zu kräftigen Zinssenkungen drängt, hat jedoch den früheren ​Fed-Direktor Kevin Warsh als Nachfolger von Zentralbankchef Jerome ​Powell nominiert, dessen Amtszeit im Mai endet. An den Finanzmärkten wird frühestens im Sommer mit einer Senkung gerechnet.

Kein «signifikanter Einfluss» durch Zoll-Ankündigung

Waller erklärte, die Inflation werde derzeit hauptsächlich durch die von der Regierung verhängten Importzölle getrieben. Sie werde voraussichtlich nachlassen, sobald sich die Unternehmen an die Abgaben angepasst ​hätten. ​Unsicherheit gibt es jedoch nach dem Urteil ⁠des Obersten Gerichtshofs, das einen Grossteil der von Trump ​verhängten Sonderzölle gekippt hat. Trump ⁠hat nach dem Urteil einen neuen weltweiten Zoll von zunächst zehn, später 15 Prozent ‌angekündigt.

Waller sagte mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen in der Zollpolitik, es sei «unwahrscheinlich, dass dies einen signifikanten Einfluss» auf den geldpolitischen Kurs haben werde. ‌Zum jetzigen Zeitpunkt gehe er davon aus, dass die Inflation, bereinigt ​um die Nachwirkungen der Zölle, bei etwa zwei Prozent liegen werde, sodass er sich nun auf die Lage am Arbeitsmarkt konzentriere.