Die Präsidentin der Federal Reserve Bank von Philadelphia, Anna Paulson, warnte am Freitag, dass steigende Preise diesmal stärkere und dauerhaftere Auswirkungen haben könnten als in der Vergangenheit. «Die Menschen, seien es Unternehmen oder Verbraucher, beschäftigen sich seit fünf, sechs Jahren viel mit Preisen und reden darüber», sagte Paulson auf einer Konferenz in San Francisco. Diese erhöhte Aufmerksamkeit verstärke die Wirkung von Preisschocks, die normalerweise nur vorübergehend seien. «Es gibt ein leicht erhöhtes Risiko, dass höhere Treibstoff- und Düngemittelpreise schneller und nachhaltiger auf die Inflationserwartungen durchschlagen.»
Die Bankerin sieht gleichzeitig positive Signale. Die langfristigen Inflationserwartungen lägen weiterhin stabil bei zwei Prozent - dem Zielwert der Fed. Zudem sei der «fragile» Arbeitsmarkt, der kaum neue Stellen schaffe, selbst kein Inflationstreiber.
Die US-Notenbank befindet sich derzeit in einer Warteposition. Sie will zunächst Daten über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges der USA und Israels gegen den Iran abwarten, bevor sie über weitere Zinsschritte entscheidet. Der Konflikt treibt die Energiepreise stark nach oben, was die Gesamtinflation nahezu sicher erhöhen wird. Wie stark dies die zugrunde liegende Preisentwicklung beeinflusst, ist noch unklar.
(Reuters)

