Der Preis für eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) sank am Freitag auf 5.038 US-Dollar, nachdem er im frühen Handel noch bis auf rund 5.450 Dollar gestiegen war. Kurzzeitig sank er unter die Marke von 5.000 Dollar. Im bisherigen Jahresverlauf legte der Goldpreise aber deutlich zu.

Beim Silber sah die Entwicklung ähnlich aus. Zuletzt kostete eine Feinunze 100,29 Dollar. Dies ist ein Rückgang um 13 Prozent zum Vortag. Zeitweise fiel der Preis auch unter 100 Dollar. Am Donnerstag hatte Silber noch ein Rekordhoch von 121,65 Dollar markiert. Im bisherigen Jahresverlauf lege der Silberpreise aber deutlich zu. So hatte er Anfang Januar gut 71 Dollar gekostet.

US-Präsident Donald Trump hat den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell vorgeschlagen. Dies hat an den Märkten Zweifel geschürt, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen wird. Die Erwartungen von Zinssenkungen hatte zuletzt die Edelmetallpreise gestützt. Warsh galt lange als geldpolitischer Falke, hat sich also tendenziell für höhere Zinsen eingesetzt. Zuletzt übte er allerdings auch Kritik an den hohen Zinsen. Er fordert stattdessen einen weiteren Abbau der Anleihebestände der Notenbank. Dies könnte den Finanzmärkten Liquidität entziehen und auch die Edelmetallpreise belasten.

Commerzbank-Expertin Thu Lan Nguyen warnt davor, zuviel aus der Nominierung abzuleiten: «Der US-Präsident hat hinreichend klargemacht, dass er deutlich niedrigere Zinsen sehen will. Davon wird er wohl kaum schnell ablassen.» Man erwarte, dass die Fed auf diesen Druck auch reagieren werde. «Das spricht dafür, dass der Goldpreis grundsätzlich gut unterstützt bleiben wird», schreibt Nguyen. «Das Ausmass der Korrektur legt auch nahe, dass Marktteilnehmer nach dem rapiden Preisanstieg nur auf eine Gelegenheit für Gewinnmitnahmen gewartet haben.»

Gestützt wurden die Edelmetallpreise zuletzt auch durch die gestiegenen geopolitischen Risiken. So hat US-Aussenminister Marco Rubio dem Iran mit einem militärischen Präventivschlag gedroht, falls die Führung in Teheran Angriffe auf US-Einrichtungen plane. An den Finanzmärkten schürt das Sorgen vor einem Übergreifen der geopolitischen Risiken auf die gesamte Region am Persischen Golf. Irans Aussenminister Abbas Araghtschi hat angesichts der Spannungen mit den USA gesagt, sein Land sei sowohl für Verhandlungen als auch für einen Krieg bereit.

Edelmetalle - allen voran Gold - gelten bei vielen Investoren als sichere Häfen in Krisenzeiten. Silber ist zudem ein wichtiges Industriemetall, das für viele Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird.

(AWP)