Das geht aus dem ‌am ⁠Mittwoch veröffentlichten Protokoll der Zinssitzung vom März hervor, die rund zweieinhalb ⁠Wochen nach Ausbruch des Nahost-Krieges abgehalten wurde. Dabei signalisierten die Währungshüter, dass sie den Leitzins ‌wohl erst dann ändern werden, wenn klarer ist, ‌ob die Auswirkungen auf die Inflation ​oder den Arbeitsmarkt das grössere Risiko darstellen.

Eine wachsende Zahl von ihnen war im März der Ansicht, dass Zinserhöhungen erforderlich sein könnten, um die weiterhin über dem Fed-Zielwert von 2,0 Prozent liegende Inflation zu bekämpfen. Dies ‌gelte vor allem wegen der inflationären Folgen des Iran-Krieges. Trotz dieser Risiken sahen viele Notenbanker Zinssenkungen aber weiter als Teil ihres Basisszenarios.

Die meisten der Fed-Oberen ​gingen davon aus, dass ein langwieriger Konflikt im Nahen ​Osten das Wirtschaftswachstum so stark beeinträchtigen würde, ​dass weitere Zinssenkungen gerechtfertigt wären. Die Währungshüter hatten auf der März-Sitzung den Leitzins in der ‌Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. In ihrem Zinsausblick hielten sie zugleich an der Option fest, im Laufe des Jahres die Zinsen um ​einen Viertelpunkt ​zu senken. Notenbankchef Jerome Powell ⁠betonte damals allerdings, dass dieser Ausblick in ​Zeiten des Ölpreisschocks mit Vorsicht ⁠zu geniessen ist, da er mit aussergewöhnlich grosser Unsicherheit verbunden sei.

Powell ‌hat unlängst eine weiter abwartende Haltung in der Geldpolitik signalisiert. Die längerfristigen Inflationserwartungen seien trotz des aktuellen Energieschocks offenbar stabil. Mit ‌der Nachricht von einer Einigung auf eine zweiwöchige Feuerpause ​im Iran-Krieg sind die Ölpreise zuletzt stark zurückgegangen, was die Inflationsgefahr in den USA dämpfen dürfte.

(Reuters)