Kühne+Nagel und Amrize, zwei der grössten SMI-Verlierer vom Montag dürften heute im Interesse der Anleger stehen. Beide büssten je 5,9 Prozent ein und schlossen bei 176,25 Franken respektive 41,12 Franken. Die Frage zum Auftakt des Dienstags lautet also: Ist das der Boden, oder geht es weiter abwärts?

Die Belastungsfaktoren der beiden Titel sind verschieden und das macht eine Erholung für beide aus unterschiedlichen Gründen schwierig. Bei Kühne+Nagel war es die Ankündigung Amazons, sein Logistiknetzwerk für externe Geschäftskunden zu öffnen, die den Kurs am Montag auf Talfahrt schickte. Mit den neuen Amazon Supply Chain Services, die See-, Luft- und Landtransport abdecken, verwandelt sich der US-Onlineriese vom ehemaligen Kunden zum direkten Konkurrenten etablierter Logistikdienstleister. Das schürt Sorgen vor einem Preiskampf und Marktanteilsverlusten. Das ist kein kurzfristiger Impuls, sondern ein struktureller Gegenwind für die gesamte Branche.

Beim Baukonzern Amrize, der 2025 abgespaltenen Nordamerika-Sparte von Holcim, kam am Montag zur allgemeinen Marktschwäche noch eine Kurszielsenkung der Citigroup hinzu. Der schleppende Start ins Jahr 2026 mache die Erreichung der Jahresziele anspruchsvoller, so die Begründung der Analysten. Zusätzlich lasteten Bedenken über ein enttäuschendes Abschneiden im Bereich Gebäudehülle auf der Stimmung.

Für eine Gegenbewegung bräuchte es heute vor allem Ruhe an der geopolitischen Front. Der Nahostkonflikt bleibt das alles beherrschende Thema: Die USA haben eine Initiative gestartet, um Schiffe durch die blockierte Strasse von Hormus zu eskortieren. Der Iran erklärte jedoch, eine Einmischung der US-Marine stelle einen Verstoss gegen den Waffenstillstand dar. Solange diese Spannung anhält und der Ölpreis erhöht bleibt, dürfte die Risikobereitschaft der Anleger gering bleiben - und damit auch der Appetit auf konjunktursensible Werte. 

(cash)