Ziemlich unerwartet wird der Streit um Grönland zu einem der Hauptthemen am diesjährigen World Economic Forum (WEF) in Davos, das am Dienstag offiziell beginnt. US-Präsident Donald Trump stellt die Zugehörigkeit Grönlands zu Dänemark infrage. Er droht mit eine Welle steigender Zölle ab dem 1. Februar, sollte den USA der Kauf Grönlands nicht erlaubt werden.

Gemäss Finnlands Staatspräsident Alexander Stubb gibt es beim Streibt um Grönland drei mögliche Entwicklungen: «Es gibt ein gutes Szenario, ein schlechtes Szenariuo und ein hässliches Szenario», sagte Stubb am Montag an einer Veranstaltung der «Washington Post» während des WEF in Davos.

Das gute Szenario bedeute: Eine Deeskalation der Lage und eine Stärkung der Sicherheits der Antaktis innerhalb der Nato-Kontextes. Das schlechte Szenario sei «etwas, das zu einem Bruch zwischen Grönland und Dänemark führe, mit unabsehbaren Folgen». Das hässliche Szenario schliesslich sei eine militärische Übernahme, an das aber niemand denke. «Wir haben verschiedene Male von offiziellen Stellen der USA gehört, dass dies nicht geplant sei.»

Stubb selber unterstützt das erste Szenario. Das Grönlad-Thema sei ein Problem der Sicherheit, nicht eine Frage der Souveränität. Das WEF in Davos biete eine Plattform für eine Lösung mit Trump, der am Mittwoch eine Rede im Kongresszentrum hält.

Dass Stubb die Lage durchaus auch etwas unentspannter sieht, beweist sein Beitrag auf X vom Sonntag: «Die europäischen Länder stehen geeint zusammen. Wir betonen die Prinzipien der territorialen Integrität und Souveränität. Wir unterstützen Dänemark und Grönland», so Stubb. Zölle würden die transatlantischen Beziehungen untergraben und eine gefährliche Abwärtsspirale auslösen.

Der finnische Präsident könnte eine wichtige Rolle bei der Lösung der Grönland-Frage spielen. Er ist einer der wenigen europäischen Staats- und Regierungschefs mit engen persönlichen Beziehungen zu Trump. Die beiden Staatschefs spielten im vergangenen Frühling Golf in Florida und stehen offenbar in regelmässigem Kontakt.

Darauf angesprochen an der Veranstaltung «Washington Post» sagte Stubb, man könne in Davos ja eine Sauna-Diplomatie probieren statt einer Golf-Diplomatie.

Daniel Hügli
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