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Fondsmanger - Urs Beck: «Ich bin weiterhin im Fan-Lager von Roche»

Fondsmanager Urs Beck wählt SMI-Titel sehr selektiv aus. Im Börsen-Talk diskutiert er unter anderem sein Engagement bei Roche, sagt aber auch, warum 2020 Small und Mid Caps wieder mehr in den Fokus rücken dürften.
06.12.2019 01:00
Von Marc Forster

Die einen finden es phänomenal, den andern wird vielleicht langsam schwindlig: Die Kursstände am Markt sind so hoch wie nie. Der Blue-Chip-Index SMI bewegt sich seit Mitte Oktober über 10'000 Punkten. In der gleichen Zeit hat es der breite Markt, wie ihn der Swiss Perfomance Index (SPI) abbildet, weit über die 12'000 Punkte geschafft.

Urs Beck von EFG Asset Management kann sich mit Blick auf das nächste Jahr vorstellen, dass der stark von Nestlé getriebene SMI im nächsten Jahr weniger stabil laufen wird als bisher. Das Investoreninteresse dürfe sich wieder vermehrt den Small und Mid Caps zuwenden. Zwar hätten Large Caps den Markt dieses Jahr klar dominiert, der Bewertungsunterschied zwischen gross und kleiner kapitalisierten Aktien habe sich indessen 2019 bereits reduziert, sagt Beck im cash-Börsen-Talk.

Falscher Zeitpunkt für Novartis

Beck, der für den Zürcher Vermögensverwalter den New Capital Swiss Select Equity Fund leitet, ist bei den Schweizer Börsenschwergewichten ohnehin selektiv: Nestlé hat er nicht im Fonds, Novartis auch nicht, denn bei der Wahl Novartis gegen Roche reiht sich Beck weiterhin im "Roche-Fanlager" ein.

Seine Position hat Beck trotz der hohen Kurse deswegen behalten. Die Pipeline an neuen pharmazeutischen Wirkstoffen ist aus Becks Sicht sehr gut, und Roche konnte auch die durch Patentabläufe verursachte "Delle" weitgehend ausgleichen.

"Dieses Risiko hat Novartis noch vor sich." Zudem sei der Konzern nach der Ausgliederung der Augensparte Alcon und der grösseren Orientierung in Richtung Krebsmittel im Umbau. Dies binde Management-Kapazitäten. Novartis sei auch höher bewertet als Roche. Becks derzeitiges Urteil lautet: "Novartis bleibt eine phantastische Firma, ist vom Zeitpunkt her im Moment aber nicht der spannendste Titel."

«Glaube, das Osram-Übernahme durch AMS kommt»

Würde Beck noch einem Fanclub beitreten, wäre es wohl jener für den österreichisch-schweizerischen Halbleiterentwickler AMS. So geht es manchen Anlegern: Der Spezialist für Sensoren, die äussere Impluse digital umwandelt und und neben Apple und Samsung unter anderem Autohersteller beliefert, fasziniert die Marktteilnehmer generell.

Der Kurs der AMS-Aktie seit Anfang 2017 (Grafik: cash.ch).

Dies allerdings zum Preis eines volatilen Aktienkurses. Innerhalb der letzten zwei Jahre wurden für die Aktie Höchstpreise von 121 Franken, aber Ende 2018 auch Tiefstwerte von 18 Franken bezahlt. Im Lauf von 2019 hat sich der Kurs wiederum verdoppelt.

Beck glaubt auch, dass die Übernahme des deutschen Lichtkonzerns Osram durch AMS zustandekommen wird: "Mehr wissen wir wohl am Dienstag." Das Zusammengehen wäre für ihn ein sehr sinnvoller Schritt – Stichwort Kombination von LED- und Sensorentechnologie - und auch die Osram-Aktionäre sind laut Beck gut beraten, wenn sie auf das AMS-Angebot eingehen.

Im cash-Börsen-Talk diskutiert Urs Beck weitere Aktien aus seinem Fonds: Er analysiert den Umbauprozess bei LafargeHolcim, die Marktaussichten von Pierer Industries (ex-KTM) und begründet auch, weswegen er trotz jahrelang schlechter Kurse vorerst bei der Credit Suisse investiert bleibt. Zudem beschreibt er seinen Top-Pick für 2020, die Regionalbankengruppe Valiant.

 

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