Forbo: Trotz Rekordhoch ein Kauf

«Sackstarke» Zahlen haben den Forbo-Titel auf den höchsten Stand aller Zeiten gehievt. Trotzdem ist die Aktie noch nicht ausgereizt.
18.03.2014 11:15
Von Pascal Meisser
Bodenbelags- und Klebstoffhersteller Forbo in Giubiasco.

Ein über Erwarten ausgefallener Jahresgewinn, ein positiver Ausblick für 2014, eine höhere Dividende sowie die Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms: Forbo hat am heutigen Dienstagmorgen gleich in vierfacher Hinsicht überrascht. Mit entsprechenden Auswirkungen an der Börse: Der Aktienkurs kletterte zeitweise fast 13 Prozent in die Höhe und notierte bei 880 Franken auf einem Rekordhoch. Damit hat sich der Titel in den letzten fünf Jahren glatt verfünffacht.

Aktuell wird die Aktie zu 845 Franken gehandelt, was immer noch einem Plus von 8 Prozent entspricht. Ungebrochen hoch ist das Handelsvolumen. Nach zwei Stunden wurden bereits dreimal so viele Forbo-Aktien wie an einem gewöhnlichen Börsentag gehandelt. 

"Das waren sackstarke Zahlen", schrieb Analyst Thomas Della Casa von der Neuen Helvetischen Bank in einem Kommentar. Er verweist vor allem auf das zweite Halbjahr, in welchem Forbo den vom Markt geschätzten Reingewinn um 33 Prozent übertraf. Zudem habe der Bodenbelag- und Klebstoffhersteller die operativen Margen klar steigern können.

Kursziele werden angepasst

Mit den vorgelegten Zahlen hat Forbo bereits die Analystenschätzungen für 2015 erfüllt. Das wird deutliche Anpassungen der Gewinnerwartungen nach oben nach sich ziehen. Bereits haben erste Analysten bekanntgegeben, über die Bücher zu gehen. Vontobel hat angekündigt, das Kursziel anzuheben. Die auf fast 500 Millionen Franken erhöhte Nettoliquidität gebe Forbo uneingeschränkte Flexibilität für Übernahmen und Aktienrückkäufe. 

Ähnliches lässt auch die Zürcher Kantonalbank verlauten. Analyst Martin Hüsler geht von einem Revisionsbedarf der Schätzungen von zehn Prozent nach oben aus. Zusätzlich nimmt er Forbo neu ins Aktienportfolio "Schweiz Nebenwerte" anstelle von OC Oerlikon auf. 

Della Casa seinerseits verweist auf die passende strategische Ausrichtung des Unternehmens, die sich weiterhin positiv auswirken wird. Mit den angekündigten Gewinnschätzungsrevisionen wird das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2014 auf gegen 13 sinken - ein im aktuellen Umfeld tiefer Wert. Solange das wirtschaftliche Umfeld nicht signifikant verändert, bleibt die Forbo-Aktie ein Kauf.