Sowohl Euro als auch US-Dollar gaben teils deutlich nach. Der Euro ist zum Franken am Mittag auf 0,9395 gefallen, nachdem die europäische Gemeinschaftswährung am Morgen noch bei 0,9410 Franken stand. Der US-Dollar gab auf 0,8097 Franken nach, im Vergleich zu 0,8114 noch im frühen Handel. Gleich nach Bekanntwerden der Inflationsdaten ging es mit dem Franken klar aufwärts, ein Teil der Gewinne ging im Vormittagshandel aber wieder verloren.
SNB mit Anpassungsbedarf
Die Teuerung in der Schweiz ist im August deutlich gestiegen und hat den höchsten Stand seit zwei Jahren erreicht. Analysten zeigten sich in ersten Kommentaren überrascht. Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank sieht zusammen mit dem hohen BIP-Wachstum im zweiten Quartal die SNB nun durchaus im Zugzwang. «Zu diesem Datenkranz mag ein leicht negativer Saron nicht mehr passen. Die SNB hat Anpassungsbedarf», so der Experte. Eine Zinserhöhung im Dezember sei nun nicht mehr auszuschliessen.
Etwas weniger dramatisch beurteilt Arthur Jurus, CIO von ODDO BHF, die Lage. Denn der Inflationsanstieg sei fast ausschliesslich auf Energie zurückzuführen, nicht auf eine breit angelegte Teuerung. Die SNB dürfte daher ihre Septembersitzung ohne Druck zu einer Straffung angehen. Die plötzliche Stärke der importierten Teuerung sowie der Anstieg der Heizölpreise müssten in den kommenden Monaten aber genau im Auge behalten werden.
Das Euro-Dollar-Paar hat sich hingegen kaum bewegt, wie das Kursniveau von 1,1603 zeigt. Hier warten Anleger vor allem auf die Arbeitsmarktdaten am Freitag, welche noch einmal einen wichtigen Impuls für den Mitte September anstehenden Zinsentscheid der US-Notenbank Fed geben könnten.
Intervenieren die USA wieder zugunsten des Yen
Einiges an Bewegung gab es auch wieder im Dollar-Yen-Währungspaar. «Der japanische Yen ist heute Morgen erneut fester und war schon gestern während der US-Handelszeit auffällig kräftig», heisst es in einem Marktkommentar der Dekabank. Dies sorgte weiter für Spekulationen auf eine erneute Intervention am Devisenmarkt. Nachdem der Dollar am Vortag noch bei knapp 160 Yen notiert hat, steht er aktuell gut 3 Yen tiefer bei 156,49.
Bekanntlich hatten die USA Anfang August erstmal seit mehr als einem Jahrzehnt wieder zugunsten des Yen interveniert. Insbesondere der dafür vorgenommene Verkauf von Euros hatte aber für Verstimmungen in Europa gesorgt. Eine Zinsanhebung der japanischen Notenbank um 0,25 Prozentpunkte am 18. September sei derweil vollständig eingepreist, was die Währung weiter stützt.
(AWP)

