Die Aktien des Zugbauers Stadler Rail verlieren 3,5 Prozent auf 32,32 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) 1,2 Prozent verliert. Stadler-Rail-Aktien haben allerdings trotzdem seit Jahresbeginn 2,1 Prozent gewonnen.
Die Aktienresearcher von Kepler Cheuvreux bestätigen die "Reduce"-Bewertung für Stadler Rail und senken gleichzeitig das Kursziel von 30 auf 29 Franken. Dies impliziert ein Abwärtspotenzial von mehr als zehn Prozent.
Als Grund nennt Kepler Cheuvreux den geschäftlichen Rückzug aus Weissrussland, den Gegenwind durch die Frankenstärke und den Druck durch die Kosteninflation. Darum erwarteten die Analysten für das erste Halbjahr 2023 ein negatives Umsatzwachstum.
Entscheidend sei, ob das Management den Auftrag über 2,3 Milliarden Euro aus Kasachstan in den Halbjahreszahlen berücksichtige. Andernfalls dürfe der Auftragseingang im Jahresvergleich rückläufig sein. "Wir sehen ein Abwärtsrisiko für die Erträge und eine ungünstige Bewertung zum jetzigen Zeitpunkt", sagt Kepler Cheuvreux.
Zuletzt sicherte sich der Zughersteller so viele Aufträge wie noch nie und erzielte im Jahr 2022 mit 3,75 Milliarden Franken einen Rekordumsatz. Allerdings verzeichnete Stadler Rail aufgrund der Frankenstärke trotzdem einen Gewinneinbruch. Bei der letzten Präsentation der Jahreszahlen Mitte März erwartete Stadler für das neue Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 3,7 bis 4,0 Milliarden Franken. Die EBIT-Marge soll auf einem vergleichbaren Niveau (5,5 Prozent) wie 2022 zu liegen kommen. Zur Bereitstellung der benötigten Kapazitäten rechnet Stadler 2023 mit Investitionen von circa 200 Millionen Franken.
Markteilnehmer dürften nun mit Spannung der Zahlenpublikation zum ersten Halbjahr Ende August entgegenblicken. Vorerst scheint am Markt kein Vertrauen da zu sein.
(AWP, cash)
