Der Frankfurter Kryptohändler Tradias, der vor einer Fusion mit einer Tochter der Börse Stuttgart steht, wird wohl zukünftig noch stärker in den Verkauf von Kryptowährungen aus Strafverfahren involviert sein.
Tradias hat zusammen mit den beiden Firmen Asset Reality und Tangany von der französischen Zentralbehörde Agrasc den Auftrag erhalten, alle beschlagnahmten und eingezogenen virtuellen Vermögenswerte aus Strafverfahren zu verkaufen. Das hat Bloomberg News vorab erfahren. Die Zusammenarbeit mit Frankreich ist auf mehrere Jahre angelegt.
Auch in Deutschland ist Tradias in diesem Zusammenhang bereits für mehrere Bundesländer aktiv geworden. So war Tradias unter anderem in den Verkauf von in Strafverfahren beschlagnahmten Bitcoins für das Land Hessen involviert. Der Auftrag aus Frankreich zeigt, dass «unser Service und unsere Expertise nicht nur national, sondern auch europa- und weltweit Anerkennung finden», erklärte Nils von Schoenaich- Carolath, Chief Growth Officer bei Tradias, gegenüber Bloomberg News.
Aufgrund der öffentlichen Natur von Blockchains sind beschlagnahmte virtuelle Vermögenswerte durch ihre Aktivitätshistorie «befleckt», wie Tradias es beschreibt. Das Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, um entsprechende Kennzeichnungen zu entfernen — während gleichzeitig der Gegenwert, der an Opfer und Regierungen beim Verkauf zurückfliesst, maximiert wird.
(Bloomberg/cash)
