Damit will das Unternehmen sein Angebot für Industriekunden in Europa ausbauen, teilte Mistral am Dienstag mit. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Emmi AI aus Linz ist auf Modelle spezialisiert, die komplexe physikalische Vorgänge wie Luftströmungen, Wärmeübertragung und Materialbelastung berechnen können. Mistral-Chef Arthur Mensch erklärte, die Übernahme solle die Position seines Unternehmens als Partner für Hersteller in Branchen wie der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie und der Halbleiterfertigung stärken.
Mistral AI ist eine 2023 gegründete Firma aus Paris, das grosse Sprachmodelle entwickelt und zu den führenden europäischen Anbietern von Künstlicher Intelligenz (KI) zählt. Es entwickelt kundenspezifische KI-Programme für die Industrie. Solche spezialisierten Modelle seien allgemeinen Standardlösungen überlegen, so das Unternehmen. Mit der Technik von Emmi AI lassen sich physikalische Prozesse in der realen Welt künftig präziser simulieren.
Die Technologie von Mistral kommt bereits beim niederländischen Ausrüster ASML zum Einsatz: Dort erkennen Bilderkennungsmodelle Fehler in Lithografie-Maschinen, wodurch die Diagnosezeit von mehreren Stunden auf acht Minuten gesenkt und der Ausschuss teurer Silizium-Wafer minimiert wird. «Man spart einfach zehn Stunden Ausfallzeit bei sehr teuren Geräten», sagte ASML-Finanzchef Roger Dassen im April auf der Hauptversammlung. Zu den weiteren Kunden von Mistral zählen der europäisch-amerikanische Autobauer Stellantis, der französische Umweltdienstleister Veolia und der deutsche Drohnenhersteller Helsing.
Das Wiener Startup Emmi AI hatte 2025 in der grössten Finanzierungsrunde Österreichs 15 Millionen Euro eingesammelt. KI für die Industrie spielt eine wachsende Rolle bei der Reindustrialisierung Europas. Die EU-Kommission hatte die Fertigung im vergangenen Oktober als einen für KI kritischen Sektor eingestuft. Damit soll auch die Abhängigkeit der Europäischen Union von US- und chinesischen Technologien verringert werden.
(Reuters)

