Der französische Milliardär Pierre-Edouard Sterin, der mit seiner rechten politischen Haltung für Kontroversen sorgt, hat Gesetzgeber aufgefordert, die Regeln so zu ändern, dass er seine fünf Kinder enterben kann. Er sagte, er wolle sein Vermögen lieber für wohltätige Zwecke einsetzen.

«Ich möchte mein gesamtes Vermögen philanthropischen Zwecken zukommen lassen», sagte der Unternehmer am Donnerstag bei einer öffentlichen Anhörung vor Senatoren. Nach französischem Recht müssten drei Viertel seines Vermögens an
seine Nachkommen gehen. «Ich bin dafür, dass jeder mit seinem Vermögen tun kann, was er will.» Sterin äusserte sich vor einem Ausschuss, der die Finanzierung und den Einfluss des Privatsektors auf die öffentliche Politik untersucht. Er wurde per Video zugeschaltet.

Ein Jahr zuvor hatte er Abgeordnete der Nationalversammlung verärgert, weil er nicht zu einer anderen Anhörung erschienen war und dabei Todesdrohungen und Sicherheitsrisiken geltend gemacht hatte. Der 52-jährige Steuerexilant, der in Belgien lebt, hat in Frankreich in den vergangenen Jahren eine heftige Debatte ausgelöst. Grund sind seine Unterstützungsleistungen für philanthropische und politische Organisationen, von denen einige mit Anliegen verbunden sind, die von der extremen Rechten vertreten werden.

Der Milliardär sagte am Donnerstag, er hoffe, mit seinem Handeln Frankreich auf einen rechteren, wirtschaftsliberalen und konservativen Kurs zu bringen. Weiter erklärte er den Senatoren, er stehe im Zentrum des konservativen Endes des politischen Spektrums in Frankreich. Beim Thema Einwanderung sei er jedoch extremer als der Rassemblement National, dessen Spitzenpolitiker Marine Le Pen und Jordan Bardella in den Umfragen vor der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr vorn liegen.

Allerdings hat er über François Durvye, den ehemaligen Geschäftsführer seines Family-Office Otium Capital, Beziehungen zum RN. Das Vermögen von Sterin beläuft sich laut dem «Bloomberg Billionaires Index» auf rund 1,4 Milliarden Euro. Die Berechnung basiert auf dem Nettoinventarwert seines über Otium gehaltenen Anlageportfolios.

(Bloomberg)