Ein einzelner Wettspieler hat auf Polymarket fast eine Million Dollar verloren, nachdem Kap Verde am Montag gegen Spanien überraschend ein Unentschieden erreicht hat. Das Ergebnis gilt als eine der unwahrscheinlichsten Resultate der jüngeren WM-Geschichte. Eine Schlüsselrolle spielte dabei der 40-jährige Torhüter des Aussenseiters. Nach dem Spiel verliess er das Spielfeld unter Tränen.

Laut Handelsdaten von Polymarket, einer der grössten Prognosemarkt-Plattformen, hatte der glücklose Trader auf einen Sieg Spaniens gesetzt. Einen solchen hatten die Wettmärkte als nahezu sicher angesehen.

Spanien gilt denn auch weithin als Favorit auf den Titel an der in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragenen Weltmeisterschaft. Ein Modell von Goldman Sachs räumte dem amtierenden Europameister eine 26-prozentige Chance ein, das Turnier zu gewinnen. Kap Verde hingegen nimmt erstmals an dem Turnier teil und verfügt über keinen international bekannten Profispieler im Kader.

Das Unentschieden war das mit Abstand überraschendste Ergebnis der ersten Turniertage. Bereits zuvor hatte es mehrere unerwartete Remis gegeben, darunter das späte Comeback Japans am Sonntag zum Ausgleich gegen die Niederlande.

Kap-Verde-Torhüter mit sieben Glanzparaden

Hinter dem überraschenden Erfolg von Kap Verde stand Torhüter Josimar José Évora Dias, besser bekannt als Vozinha. Er verhinderte mit sieben entscheidenden Paraden einen spanischen Sieg. Vozinha sagte, Visa-Probleme hätten seine Mutter daran gehindert, bei seinem historischen WM-Debüt dabei zu sein.

Ausschlaggebend sei insbesondere eine neue Vorschrift gewesen, nach der Besucher aus bestimmten Ländern, darunter Kap Verde, eine rückerstattbare Kaution von bis zu 15'000 Dollar hinterlegen müssen. Vozinha wurde dann aber zum Spieler des Spiels gewählt und bezeichnete die Partie als den Moment, auf den er sein «ganzes Leben» hingearbeitet habe.

Plattformen wie Polymarket haben sich in den vergangenen Jahren von einem Nischenangebot zu beliebten Orten für Wetten auf die Weltmeisterschaft und zahlreiche andere Sportereignisse entwickelt. Ursprünglich wurden sie vor allem als Möglichkeit vermarktet, auf geopolitische und wirtschaftliche Entwicklungen zu wetten.

Nutzer verwenden Kryptowährungs-Wallets, die es ihnen ermöglichen, unter Pseudonymen zu agieren, ohne ihre tatsächliche Identität oder ihren Standort offenzulegen. Das Unternehmen steht in der Kritik der Politik, weil es nicht dieselben Hintergrundinformationen erhebt wie Brokerhäuser und andere Wettanbieter.

(Bloomberg/cash)