Bei Galderma haben sich die Management-Transaktionen jüngst geäuft. Seit Mitte März haben Führungskräfte des Hautpflegespezialisten Aktien im Gesamtwert von 7,6 Millionen Franken veräussert. Und das mitten in einer Phase, in der das Aktionariat grundlegend umgebaut wird.
So haben gleich mehrere Mitglieder der Galderma-Führung ab Mitte März Aktien des Zuger Hautpflegespezialisten abgestossen. Das geht aus der Datenbank der Börsenaufsicht SIX Exchange Regulation (SER) hervor. Bei solchen Management-Transaktionen handeln Top-Führungskräfte oder Verwaltungsratsmitglieder mit Titeln des eigenen Unternehmens und müssen dies öffentlich machen.
Den Auftakt machte am 12. März ein nicht exekutives Verwaltungsratsmitglied mit einem Verkauf im Wert von 263'808 Franken, gefolgt von einem weiteren nicht exekutiven VR-Mitglied, das am 18. März Titel im Wert von 70'770 Franken veräusserte.
Deutlich grösser waren jedoch die Transaktionen vom 24. bis 25. März, die jeweils ein exekutives Verwaltungsratsmitglied tätigte. An beiden Tagen wurden Aktien gekauft und nahezu zeitgleich wieder verkauft. Wie am Markt vermutet wird, könnte es sich dabei um die Ausübung von sogenannten Aktienoptionen handeln. Das bedeutet, dass Titel zum günstigeren Ausübungspreis erworben und sofort zum höheren Marktpreis veräussert werden.
Netto resultieren daraus keine neuen Positionen, wohl aber Veräusserungserlöse von 2,86 Millionen beziehungsweise 2,19 Millionen Franken. Die vorläufig letzte Transaktion fand am vergangenen Freitag statt, mit einem weiteren Verkauf von 2,24 Millionen Franken. Damit summiert sich die Brutto-Gesamtsumme der Veräusserungen seit Mitte März auf rund 7,6 Millionen Franken.
Nemluvio als Umsatzmotor
Den Hintergrund für das hohe Kursniveau, zu dem die Manager verkaufen konnten, lieferten unter anderem die Jahreszahlen von Anfang März: Galderma steigerte den Umsatz 2025 um 18,1 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar und verdoppelte den Kern-Reingewinn auf 871 Millionen Dollar.
Hinzu kommt ein weiterer zentraler Wachstumstreiber: Der Wirkstoff Nemluvio, der zur Behandlung von atopischer Dermatitis und Prurigo nodularis eingesetzt wird und bereits im vergangenen Jahr Galderma 452 Millionen Dollar Umsatz einbrachte. Entsprechend hat das Management den erwarteten Spitzenumsatz für Nemluvio inzwischen auf mehr als 4 Milliarden Dollar verdoppelt.
Die 15 bei Bloomberg erfassten Analysten sehen den fairen Wert der Aktie im Schnitt bei 185 Franken. Am Montag notiert die Galderma-Aktie 0,37 Prozent höher bei 150,30 Franken. Sie bewegte sich im Einklang mit dem Gesamtmarkt, der gemessen am SPI ebenfalls fester tendiert (+0,35 Prozent auf 17'613,62 Punkte).
Aktionariat im Umbau
Die Management-Transaktionen fallen in eine Umbauphase bei Galderma. Mitte März hat der Finanzinvestor EQT seinen Ausstieg bekanntgegeben: Die EQT-Tochter Sunshine SwissCo GmbH platzierte zusammen mit anderen Altaktionären 34 Millionen Galderma-Aktien - das sind gut 14 Prozent des ausstehenden Kapitals - im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens.
Den beteiligten Aktionären flossen dabei 4,9 Milliarden Franken zu, EQT allein erhielt 1,3 Milliarden Franken. Seit dem Börsengang 2024 hat EQT insgesamt 21 Milliarden Franken aus Anteilsverkäufen bei Galderma realisiert. Mit dem Abgang des Finanzinvestors steigt der Free Float von Galderma von 65 auf rund 80 Prozent.
Der Aktionärswechsel hat auch personelle Konsequenzen im Verwaltungsrat. So treten die EQT-Vertreter Michael Bauer und Marcus Brennecke aus dem Gremium zurück. Der französische Konsumgüterkonzern L'Oréal, neu grösster Galderma-Aktionär, schlägt an der Generalversammlung vom 22. April Delphine Viguier-Hovasse und Samuel du Retail zur Wahl vor. Zudem soll der ehemalige Novartis-CFO Harry Kirsch als unabhängiges Mitglied in den Verwaltungsrat einziehen.
Ob die Managementverkäufe der vergangenen Wochen in direktem Zusammenhang mit diesem Umbruch stehen, lässt sich nicht abschliessend beurteilen.
(cash)
