Der CEO von GameStop, Ryan Cohen, wollte sich nicht dazu äussern, ob er sein Übernahmeangebot in Höhe von 56 Milliarden US-Dollar für das Online-Auktionshaus eBay erhöhen werde. Er erklärte jedoch: «Wir werden eBay auf die eine oder andere Weise bekommen.» In einem Interview mit Bloomberg TV am Donnerstag sagte Cohen, er hoffe, das fusionierte Unternehmen zu einem Konzern mit einem Wert von 1 Billion US-Dollar auszubauen.

Cohen stellte das Management von eBay als selbstzufrieden dar und erklärte, er wolle die «Infrastruktur von eBay» nutzen, um einen digitalen Marktplatz für virtuelle Videospielgegenstände aufzubauen – ein Geschäftsmodell, das in der Branche zunehmend an Bedeutung gewinnt. Zudem sieht er erhebliche Synergien zwischen den Sammlerartikel-Geschäften beider Unternehmen. Bei GameStop machen Sammlerstücke derzeit rund 42 Prozent des Umsatzes aus.

GameStop-Filialen könnten als Zentren zur Echtheitsprüfung von Sammelkarten dienen, etwa von Pokémon- oder Sportkarten – ein schnell wachsendes Geschäftsfeld, in dem eBay seit Langem aktiv ist, sagte Cohen. «Sobald diese Unternehmen zusammengeführt sind, verfügen wir über 1'600 Standorte», an denen Karten authentifiziert werden können, «die für vielleicht 80 Prozent der Bevölkerung innerhalb von 15 Minuten erreichbar sind.»

eBay hatte Cohens Übernahmeangebot Anfang des Jahres zurückgewiesen. Über einen Sprecher lehnte das Unternehmen eine Stellungnahme zu Cohens Äusserungen ab.

Kritiker haben infrage gestellt, ob GameStop überhaupt in der Lage ist, das deutlich grössere eBay zu übernehmen – selbst mit einem «äusserst überzeugenden Finanzierungsschreiben» einer Bank. Investoren äusserten Bedenken hinsichtlich der hohen Verschuldung, die GameStop zur Finanzierung der Transaktion eingehen müsste. Cohen erklärte jedoch, seit Bekanntgabe des Angebots im Mai habe er grosses Interesse zahlreicher Investoren wahrgenommen. «Das kombinierte Unternehmen wird ein Investment-Grade-Rating haben», sagte er. Anfang dieses Monats stimmten die Aktionäre von GameStop einer erheblichen Erhöhung der genehmigten Aktienzahl zu, um den geplanten Erwerb von eBay vorzubereiten.

Auf weitere Einzelheiten seines Angebots angesprochen, wollte Cohen keine zusätzlichen Informationen preisgeben. Er sagte lediglich, dass er seinen Plan letztlich direkt den Aktionären vorlegen werde. Auf die Frage, ob dies auch ein höheres Angebot umfassen werde, antwortete er: «Ich werde nicht gegen mich selbst verhandeln.»

(Bloomberg/cash)