Gegen den Strom schwimmen zahlt sich bei US-Aktien aus

Die mächtige Bank of America verrät, mit welcher einfachen Strategie sich der amerikanische Aktienmarkt seit nunmehr drei Jahren zuverlässig schlagen lässt.
04.07.2016 08:25
Von Lorenz Burkhalter
Auf die unbeliebtesten Aktien zu setzen, zahlte sich an der Börse in New York in den letzten Jahren aus.
Auf die unbeliebtesten Aktien zu setzen, zahlte sich an der Börse in New York in den letzten Jahren aus.
Bild: Bloomberg

Unter dem Strich erwies sich eine Wette auf den amerikanischen S&P-500-Index in den vergangenen 18 Monaten als ein Nullsummenspiel. Das letzte Rekordhoch geht in den Mai vergangenen Jahres zurück, als das Börsenbarometer auf 2135 Punkte kletterte. Zum Vergleich: Am späten Freitag notierte der S&P-500-Index bei 2103 Punkten.

Anleger wird ganz schön viel Kreativität abverlangt, wollen sie mit amerikanischen Aktien Geld verdienen. Mit einer ungewohnten aber vielversprechenden Strategie warten nun die Strategen der Bank of America Merrill Lynch auf. Sie raten ihrer Anlagekundschaft zum Kauf der 10 bei Grossinvestoren unbeliebtesten Aktien und im Gegenzug zu Wetten gegen die 10 beliebtesten Aktien. Im Fachjargon wird dieses Vorgehen auch "Contrarian"-Strategie genannt.

Vom Trend in Richtung passiver Aktienfonds profitieren

In den letzten Jahren liessen sich damit überwältigende Renditen erzielen. 2014 schnitten die 10 beliebtesten Aktien um 13,7 Prozent schlechter als der S&P-500-Index ab, gefolgt von 3,5 Prozent im Jahr darauf. Im bisherigen Jahresverlauf resultiert ein relatives Minus von 4,3 Prozent. 2014 übertrafen die 10 unbeliebtesten Aktien den Gesamtmarkt hingegen um stolze 18 Prozent, gefolgt von 4,1 Prozent im darauffolgenden Jahr. In der ersten Hälfte 2016 entwickelte sich diese Titelauswahl hingegen um 12,6 Prozent besser als der S&P-500-Index, so die bankeigenen Berechnungen der Bank of America Merrill Lynch.

Zu den unbeliebtesten, und daher kaufenswerten Aktien an der Börse in New York zählen der amerikanischen Grossbank zufolge jene von Federal Realty Investment Trust, Ryder System, Cincinnati Financial, Macerich, Kimco Realty, Realty Income, Starwood Hotels & Resorts, Leggett & Platt, ONEOK sowie Teco Energy. Auffällig dabei ist der hohe Anteil an Immobilienbeteiligungsgesellschaften, ist der amerikanische Immobilienmarkt in Expertenkreisen doch nicht unumstritten. Der Korb der beliebtesten Aktien setzt sich hingegen aus jenen von NetApp, Texas Instruments, Adobe Systems, Alexion Pharmaceuticals, Charles Schwab, Nasdaq, Apache, Danaher, Capital One Financial und Dollar Tree zusammen. Gegen diese Titel gilt es den Strategen zufolge zu wetten.

Als treibende Kraft hinter dem Erfolg dieser Strategie wähnen die Experten den Trend weg von aktiv verwalteten Aktienfonds hin zu kostengünstigeren passiven börsengehandelten Fonds. Kommt dazu, dass die beliebtesten Aktien Gefahr laufen, bei Anlegern in Ungnade zu fallen. Viele der unbeliebtesten Aktien werden für gewöhnlich früher oder später wiederentdeckt und durchlaufen dann eine Neubewertung. Bleibt zu hoffen, dass diese Strategie auch in der zweiten Jahreshälfte aufgeht.