Die Aktien von Kühne+Nagel stiegen am Montag um 2,9 Prozent auf 176,25 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) um 0,78 Prozent vorrückte. Die Valoren des Transportunternehmens aus Schindellegi notieren nun 15 Prozent über dem Dreijahrestief. Um das Allzeithoch von 360,80 Franken vom September 2021 zu egalisieren, müsste der Titel auf der anderen Seite um mehr als das Doppelte anziehen.
Der Start ins Geschäftsjahr 2026 dürfte dem Logistikkonzern geglückt sein, schrieb die Analystin Alexia Dogani von JPMorgan am Montag in einer Kundennotiz. Sie erhöhte das Kursziel auf 160 von 155 Franken mit einem «Underweight»-Rating. Der Treiber für die jüngste Kurserholung waren höhere Frachtraten in der Luftlogistik aufgrund der Störungen am Persischen Golf. Immerhin sieht die Expertin der US-Investmentbank aufgrund der Ertragsstruktur und Margen bei Kühne+Nagel eine vergleichsweise höhere operative Hebelwirkung als bei den Wettbewerbern. Allerdings bleibe die mittelfristige Visibilität auf das Gewinnwachstum begrenzt.
Goldman Sachs zeigt sich dagegen positiver und erhöhte vor vier Tagen das Kursziel für Kühne+Nagel auf 215 von 210 Franken und beliess die Einstufung auf «Buy». Kurzfristig profitiere das Unternehmen von steigenden Luftfrachtraten zwischen Asien und Europa, die durch Kapazitätsengpässe getrieben würden, so Analyst Patrick Creuset.
Niedrigere Volumen und ein schwächeres makroökonomisches Umfeld dürften die Effekte jedoch teilweise kompensieren. Für 2026 belässt der Experte von Goldman Sachs seine Gewinnschätzungen weitgehend unverändert, während er für die Folgejahre leichte Anpassungen nach unten vorgenommen hatte.
Mittelfristig sieht der Analyst von Goldman Sachs Kühne+Nagel als Profiteur von Produktivitätsgewinnen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sowie von einer erwarteten Margenerholung. Die anvisierten Kostensenkungen und eine zyklische Erholung dürften die Profitabilität wieder in Richtung historischer Durchschnittswerte führen.
Insofern stehen die Chancen nicht schlecht, dass Kühne+Nagel die Talsohle durchschritten hat. Gerade der Kommentar der Analystin von JPMorgan liest sich dahingehend, dass sie auf einen positiven Katalysator wartet, um das Rating zu erhöhen.
Die erwartete Dividende von 3,7 Prozent liegt über dem Branchendurchschnitt von 2,4 Prozent. Sechs Analysten stufen den Titel mit «Kaufen», elf mit «Halten» und vier mit «Verkaufen» ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt gemäss AWP-Analyser bei 185 Franken, wobei das höchste bei 290 Franken nahe am Dreijahreshoch liegt.
(cash)
